Wie stehen Sie zum Vorschlag mancher SPD-Politiker, SV-Beiträge auf Kapitalerträge zu erheben, um die Rente zu finanzieren?
Sehr geehrter Herr Dr. Bury,
nachdem gestern das Rentenpaket I trotz massiver Kritik von vielen Seiten durch den Bundestag gebracht wurde, gilt es nun, die Altersvorsorge durch Reformen dauerhaft zu sichern. Von vielen Sozialdemokraten gibt es hierzu den Vorschlag, Kapitalerträge höher zu besteuern, oder Sozialversicherungsbeiträge auf diese zu erheben. Dies wäre ein Schlag ins Gesicht aller Kleinanleger, denen man immer erzählt hat, dass sie privat für das Alter vorsorgen sollen und die deshalb ihr Erspartes in ETF/Fonds investieren, um später möglichst wenig vom Staat abhängig zu sein. Firmengewinne werden bereits jetzt auf Firmenebene besteuert, bevor sie beim Anleger landen, wo zusätzlich eine Abgeltungssteuer fällig wird. Bei einer weiteren Belastung wird sich ein Engagement am Kapitalmarkt irgendwann nicht mehr lohnen. Dann ist es einfacher, sich auf den Staat zu verlassen.
Sehr geehrter Herr R.,
vielen Dank für Ihre Unterstützung und ihre offenen Worte.
Ihre Ablehnung, gegenüber Sozialabgaben auf Kapitalerträge teile ich. Derzeit ist kein derartiger Gesetzentwurf in Planung. Der vom Koalitionsausschuss vorgeschlagene Entschließungsantrag, mit dem die Rentenkommission aufgefordert wurde - neben vielen anderen Punkten - die Beziehung weiterer Einkunftsarten in der Beitragsbemessung zu prüfen, wurde auch nicht in den Bundestag eingebracht, sondern zurückgezogen. Sie haben Recht, Leistung muss sich lohnen, deshalb werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, dass Kapitalerträge nicht in die Beitragsbemessung miteinbezogen werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Yannick Bury

