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Verena Hubertz
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Frage von Lieselotte M. •

Hauskauf: warum müssen die Kaufnebenkosten so hoch sein?

Sehr geehrte Frau Hubertz,
junge Familien suchen verzweifelt Wohnraum. Mieten sind in Ballungsgebieten unverhältnismäßig gestiegen. Kaum noch zu bezahlen.
Der Kauf eines kleinen Einfamilienhauses bleibt für ganz viele junge Menschen ohne großes Eigenkapital ein TRAUM!

Müssen denn die Kaufnebenkosten so hoch sein?
z.B. Kaufpreis 590.000€
Grunderwebsteuer : 38.350€
Notarkosten: 8850€
Grundbucheintragung: 2950€
Die Kosten für den Notar -nur für einen Vertrag so hoch - warum? Werden hier Millionäre produziert?
Zusätzlich kommen oft noch verdeckte Maklerkosten.

Frau Hubertz, hier ist unbedingt Abhilfe zu schaffen, damit junge Menschen / Familien ein Chance bekommen auch Eigentum fürs Alter zu bilden.
Es kann nicht sein, dass Reiche immer reicher werden und die vielen jungen Menschen traurig und resigniert in ihre Zukunft blicken. Es werden in Familien immer weniger Kinder geboren und der gesunde Mittelstand stirbt aus.

Mit besten Grüßen
Lieselotte M.

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau M.,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Entschuldigen Sie bitte vielmals die verzögerte Rückmeldung. Das Aufkommen an Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern ist sehr hoch. Daher hat die Beantwortung Ihrer Anfrage leider etwas Zeit in Anspruch genommen. Ich bitte hier um Ihr Verständnis.

Die Nebenkosten sind für viele junge Familien ein echtes Hindernis beim Kauf einer Immobilie, besonders da dafür in der Regel Eigenkapital aufgebracht werden muss. Die Grunderwerbsteuer macht den größten Anteil der Kaufnebenkosten aus. Eine Option wäre, die Grunderwerbsteuer für Familien beim ersten Hauskauf zu erlassen. Die Grunderwerbsteuer fließt allerdings vollständig den Bundesländern zu - diese bestimmen außerdem die Höhe des Steuersatzes selbst. Deshalb wäre eine Verständigung mit den Ländern nötig. Außerdem würden die Steuerausfälle der Länder ggf. durch höhere Steuern an anderer Stelle wieder ausgeglichen.

Um die hohen Preise beim Immobilienkauf zu senken und somit Eigentum zu ermöglichen, ist statt der Senkung der Nebenkosten daher zielführender, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und das Angebot auf dem Wohnungsmarkt zu erhöhen, insbesondere für Familien. Dies ist eines der zentralen Ziele meiner Arbeit.

Um dieses zu erreichen, restrukturiert und vereinfacht das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) beispielsweise die Förderlandschaft und schafft außerdem mehr Übersichtlichkeit und Zielgenauigkeit. Das Geld soll schneller dort ankommen, wo zügig, innovativ und effizient neuer Wohnraum entsteht. Mit den derzeitigen Förderprogrammen „Wohneigentum für Familien“ und „Jung kauft Alt“ werden beispielsweise gezielt Familien beim Eigentumserwerb im Neubau und im Bestand unterstützt. Auch die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage können Familien und Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen dabei unterstützen, Eigenkapital für den Erwerb oder die Modernisierung von Wohneigentum aufzubauen. Ein großer Teil der Neubau- und Bestandsprogramme des BMWSB ist langfristig über das 2025 beschlossene Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität in Höhe von 500 Milliarden Euro abgesichert, was für Planungssicherheit sorgt.

Darüber hinaus adressiert das BMWSB mit dem Aktionsplan zur Senkung der Baukosten auch dieses Thema explizit. Denn hohe Baukosten sind einer der Hauptgründe, warum in Deutschland zu wenig gebaut wird. Planungs- und Genehmigungsprozesse werden somit deutlich beschleunigt, Bau- und Erwerbsnebenkosten spürbar gesenkt und zugleich Qualität sowie Sicherheitsstandards weiterhin verlässlich gewährleistet. Innovation, Digitalisierung und industrielle Bauprozesse werden konsequent genutzt, um Produktivität und Planungssicherheit zu erhöhen. Dazu setzt das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) auf drei zentrale Hebel:

  1. Technologie und Innovation, um Effizienzreserven zu erschließen und Bauprozesse zu modernisieren;
  2. Förderung und Anreize, um Investitionen zu erleichtern und wirtschaftliche Belastungen zu reduzieren;
  3. Koordination und Regulierung, um Standards zu vereinfachen, Verfahren zu beschleunigen und vorhandenes Wissen besser zu nutzen. 

Nicht zuletzt soll zukünftig auch einfacher gebaut werden können. Deshalb fördert das BMWSB gezielt serielle und modulare Bauweisen. Das heißt, Bauteile werden genormt, in der Fabrik industriell vorproduziert und anschließend auf der Baustelle verbaut. Dieser Prozess senkt die Baukosten erheblich. Auch der Gebäudetyp E setzt genau hier an: Er steht für einfacheres, effizienteres und kostengünstigeres Bauen. Beim Gebäudetyp E werden Spielräume eröffnet, von Standards abzuweichen, die für Sicherheit, Gesundheitsschutz und hohe Qualität nicht zwingend erforderlich sind. Auch so können Baukosten reduziert und Projekte schneller umgesetzt werden.

Weitere Informationen zu diesem Themenbereich finden Sie im Aktionsplan zur Senkung der Baukosten des BMWSB: https://www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/pm-kurzmeldung/aktionsplan-baukosten.pdf?__blob=publicationFile&v=1

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Verena Hubertz

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