Ursula Groden-Kranich MdB
Ursula Groden-Kranich
CDU
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Frage von Avpb Fbxnyn an Ursula Groden-Kranich bezüglich Arbeit

# Arbeit 13. März. 2019 - 16:44

Wir haben derzeit in Sozialkunde das Thema Abgeordneten und wir sollen ein Referat zu diesem Thema erstellen. Und es wäre toll wenn Sie uns diese beantworten könnten
(Die Antworten werden in unserem Referat vorkommen).

1. Warum haben Sie den Beruf gewählt?
2. Wer darf alles diesen Beruf ausüben?
3. Was sind Diäten und wieso erhält man die?
4. Was sind ihre Aufgaben?
5. Wie oft im Monat müssen sie an Sitzungen teilnehmen?
6. Ist der Beruf anstrengend?
7. Muss ein/e Abgeordnete/r Steuern zahlen?
8. Haben Abgeordnete Urlaub?
9. Reisen Abgeordnete Kostenlos?
10. Was ist das Zeugnisverweigerungsrecht?
11. Gibt es einen Dresscode?
12. Welchen Menschen würden sie diesen Beruf empfehlen (welche Eigenschaften sollte man haben)?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!
Vielen Dank im Voraus

Von: Avpb Fbxnyn

Antwort von Ursula Groden-Kranich (CDU) 28. März. 2019 - 12:59
Dauer bis zur Antwort: 2 Wochen 20 Stunden

Sehr geehrter Herr Fbxnyn,

vielen Dank für Ihre Anfrage über abgeordnetenwatch.de. Anbei finden Sie meine Antworten auf Ihre Fragen. Viel Erfolg für Ihr Referat. Vielleicht verraten Sie mir ja, an welcher Schule Sie sind. Können mir das gerne auch über mein Wahlkreisbüro übermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Ursula Groden-Kranich

1. Warum haben Sie den Beruf gewählt?

Dass ich einmal Bundestagsabgeordnete würde, habe ich nicht von langer Hand geplant, sondern es hat sich letztlich so ergeben. Durch mein Elternhaus kam ich zur CDU und wurde als Jugendliche Mitglied der Jungen Union. Über meine Arbeit als Ortsbürgermeisterin von Hechtsheim und später als Stadtratsmitglied in Mainz habe ich mich dann immer stärker in der CDU Mainz engagiert. Im Sommer 2012 wurde ich vom damaligen Kreisvorsitzenden der CDU gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, als Bundestagsabgeordnete für Mainz und Mainz-Bingen zu kandidieren. Dies habe ich dann auch sehr gerne und voller Überzeugung getan.

2. Wer darf alles diesen Beruf ausüben?

Grundsätzlich darf jeder über 18 Jahren Mitglied des Deutschen Bundestags werden, der entweder über das Direktmandat oder über die Landesliste einer Partei in den Bundestag einzieht. Jedoch ist es manchmal ein langer Prozess, bis man innerhalb seiner Partei für eine Kandidatur vorgeschlagen wird. Darüber hinaus bekommen nur ganz wenige überhaupt ein solches Angebot.

3. Was sind Diäten und wieso erhält man die?

Wir Abgeordnete erhalten für unser Mandat, also unser Amt, eine finanzielle Entschädigung. Die Diät gleicht meinen Verdienstausfall aus, der dadurch entsteht, dass ich während meiner Zeit als Bundestagsabgeordnete keiner anderen Arbeit mehr nachgehen kann. Zudem sichert sie meine Unabhängigkeit, sodass ich nur meinem eigenen Gewissen gegenüber verantwortlich bin.

4. Was sind ihre Aufgaben?

Meine Aufgaben als Abgeordnete sind sehr umfangreich und vielfältig. Sie reichen von der Teilnahme an den verschiedenen Sitzungen über die Mitarbeit in Ausschüssen und Arbeitsgruppen bis hin zu Bürgergesprächen und einfachen Büroarbeiten. Hierzu gehört die Sichtung und Beantwortung der Post, Besprechungen mit meinen Mitarbeitern oder die Betreuung von Besuchergruppen aus meinem Wahlkreis.

Aber auch in Mainz und Mainz-Bingen warten viele Aufgaben auf mich. Es ist mir wichtig, mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort, ob in Gesprächen oder bei Veranstaltungen, in Kontakt zu kommen. Denn in erster Linie vertrete ich ihre Anliegen in Berlin.

Darüber hinaus nehme ich auch an Podiumsdiskussionen teil und pflege den Kontakt mit Vereinen und Verbänden aus meinem Wahlkreis.

5. Wie oft im Monat müssen sie an Sitzungen teilnehmen?

Im Regelfall sind im Schnitt ein bis zwei Sitzungswochen im Monat. In einer Sitzungswoche reihen sich Termine wie Fraktionssitzung, Arbeitsgruppen- und Ausschusssitzungen sowie Plenarsitzungen aneinander. Diese können durchaus bis spät in den Abend dauern. Aber auch in den Wochen, in denen in Berlin keine Sitzungswochen sind, kann es zu speziellen Sitzungen kommen.

Da ich ebenfalls noch Mitglied im Stadtrat der Landeshauptstadt Mainz bin, stehen auch hier noch Sitzungen des Stadtrates oder des Aufsichtsrats der Stadtwerke an.

6. Ist der Beruf anstrengend?

Der Beruf der Abgeordneten ist sehr interessant und vielfältig, kann aber natürlich auch anstrengend sein. Gerade nach Tagen mit vielen Sitzungen zu den unterschiedlichsten Themen, die dann auch bis spät in die Nacht gehen können, bin ich froh, wenn ein paar Minuten zum Verschnaufen bleiben. Es gibt aber auch viele andere Berufe, in denen der Zeitaufwand sehr groß ist, zum Beispiel in der Gastronomie oder in der Medizin. Mir ist wichtig, als Bundestagsabgeordnete nicht einfach nur möglichst viel zu tun, sondern mich sinnvoll zu engagieren, damit ich mich auch langfristig für die Belange der Bürgerinnen und Bürger aus Mainz und Mainz-Bingen stark machen kann. Denn in der Politik muss man oft einfach einen langen Atem haben.

7. Muss ein/e Abgeordnete/r Steuern zahlen?

Als Abgeordnete muss ich, wie fast alle anderen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch, meine Diät versteuern.

8. Haben Abgeordnete Urlaub?

Urlaubsanspruch für Bundestagsabgeordnete gibt es nicht. Vielmehr liegt es in der Hand der Abgeordneten, wie oft und wie lang sie Urlaub machen. Ich selbst arbeite rund 60 bis 80 Stunden in der Woche und auch an den Wochenenden sind oftmals Termine. Insgesamt mache ich ca. fünf bis sechs Wochen im Jahr Urlaub, meist ganz klassisch um Ostern und Weihnachten und im Sommer, und verbringe die Zeit mit meiner Familie, so wie die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

9. Reisen Abgeordnete kostenlos?

Für meine Dienstreisen kommt der Deutsche Bundestag auf. Außerdem habe ich eine Fahrkarte für alle Verkehrsmittel der Deutschen Bahn, die ich aber nur dienstlich und nicht privat nutzen darf. Fahrten zur Ausübung meines Mandats muss ich selbst aus meiner Kostenpauschale bezahlen. Lediglich die Flugkosten zwischen meinem Wahlkreis und Berlin werden übernommen, wenn sie aus dienstlichen Gründen stattfinden.

10. Was ist das Zeugnisverweigerungsrecht?

Jeder Abgeordnete des Deutschen Bundestages besitzt Immunität. Das damit verbundene Zeugnisverweigerungsrecht gewährleistet in unserer täglichen Arbeit, dass wir in unserer Eigenschaft als Abgeordnete uns anvertraute Informationen nicht preisgeben müssen. Gerade wenn sich Bürgerinnen und Bürger mit Anliegen an uns wenden, wird so gewährleistet, dass zum Beispiel mir überreichte Briefe nicht von den Ermittlungsbehörden beschlagnahmt werden dürfen. Es ist also ganz in meiner Entscheidung, ob ich von meinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch mache oder nicht. Ähnlich ist es zum Beispiel bei dem Verhältnis zwischen einem Rechtsanwalt und seinen Mandaten oder auch bei Priestern.

11. Gibt es einen Dresscode?

Einen eigentlichen Dresscode gibt es nicht. Dennoch schreibt die Kleiderordnung des Deutschen Bundestages vor, dass man die Würde des Hauses zu wahren hat. Zudem ist wichtig, dass keinerlei politische Botschaften oder Meinungsbekundungen auf der Kleidung sichtbar sind.

12. Welchen Menschen würden sie diesen Beruf empfehlen (welche Eigenschaften sollte man haben)?

Ich denke, man sollte Ideen haben und etwas verändern wollen. Zudem benötigt man viel Ausdauer und einen gewissen Grad an Stressfähigkeit. Denn als Abgeordneter steht man viel im Blick der Öffentlichkeit und muss auch das eine oder andere an Kritik oder Gegenwind aushalten können. Wichtig finde ich, dass Abgeordnete "gestandene Personen" sind, die im Leben auch außerhalb des Bundestags ihren Platz gefunden haben, eine gewisse Unabhängigkeit besitzen und daher umso mehr für die eigenen Überzeugungen eintreten können.