Arbeitszeitreform, was soll das bedeuten, soll man jetzt 48 Stunden die Woche arbeiten, oder bleibt es bei einer 40 Stunden woche??
Sehr geehrter Herr B.,
haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage zur geplanten Arbeitszeitreform und Ihre berechtigte Nachfrage zur Wochenarbeitszeit.
Zunächst möchte ich betonen: Die 40-Stunden-Woche bleibt auch weiterhin der arbeitszeitrechtliche Rahmen für eine Vollzeitbeschäftigung in Deutschland. Was derzeit diskutiert wird – und auch Bestandteil des Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und SPD ist – ist keine Erhöhung der Wochenarbeitszeit, sondern eine Modernisierung der täglichen Arbeitszeitregelungen, konkret der sogenannten Acht-Stunden-Regelung und 11 Stunden Ruhezeit.
Was ist geplant?
Aktuell gilt nach dem Arbeitszeitgesetz: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen grundsätzlich nicht länger als acht Stunden pro Tag arbeiten – mit wenigen Ausnahmen bis maximal zehn Stunden, sofern ein Ausgleich innerhalb von sechs Monaten erfolgt. Gleichzeitig sind nach Arbeitsschutzgesetz 11 Stunden Ruhezeit einzuhalten. Dieses starre Tageslimit stammt aus dem Jahr 1994 und berücksichtigt viele moderne Arbeitsrealitäten nur unzureichend – etwa flexible Arbeitsmodelle, mobiles Arbeiten oder Arbeitszeitkonten.
Die Koalition plant daher, den Acht-Stunden-Tag durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit zu ersetzen – etwa im Umfang von 48 Stunden pro Woche. Dies schafft mehr Flexibilität, zum Beispiel, wenn an manchen Tagen mehr gearbeitet wird und an anderen entsprechend weniger. Wichtig ist: Die wöchentliche Höchstarbeitszeit bleibt erhalten und es gibt keine Ausweitung der Gesamtarbeitszeit.
Warum setzt sich die CDU dafür ein?
Für uns als CDU steht fest: Flexibilität darf nie zulasten des Gesundheitsschutzes oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehen. Aber wir sehen auch: Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wünschen sich eigenverantwortlichere Gestaltungsmöglichkeiten. Unser Ziel ist es daher, mehr Zeitsouveränität zu ermöglichen, ohne den Arbeitsschutz aufzuweichen.
Die Reform bedeutet keine Verlängerung der Wochenarbeitszeit, sondern eine modernisierte, flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit. Sie erfolgt gemeinsam zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern als Option. Gerade für Familien, Pendler oder Beschäftigte im Homeoffice kann das ein echter Gewinn an Lebensqualität sein.
Mit freundlichen Grüßen
Tilman Kuban

