Dr. Thorsten Rudolph
Thorsten Rudolph
SPD
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Frage von Iva L. •

Sehr geehrter Herr Rudolph, wie positionieren Sie sich zu den Plänen d. Renteneintrittsalter über eine autom. Formel an d. Lebenserwartung zu koppeln und wie werden Sie in den Debatten dazu abstimmen?

Als Bürger aus Ihrem Wahlkreis besorgt mich diese Reform massiv. Eine pauschale Kopplung (z.B. über die 2:1-Formel) ignoriert die soziale Realität in Deutschland. Die Lebenserwartung hängt stark vom Einkommen und der Berufsgruppe ab. Menschen in körperlich oder psychisch harten Berufen (wie Pflege, Handwerk oder Schichtarbeit) haben statistisch eine deutlich kürzere Lebenserwartung. Sie können oft schon heute nicht bis 67 arbeiten. Eine weitere Erhöhung bedeutet für diese Gruppen eine unfaire, faktische Rentenkürzung. Zudem raubt ein Automatismus den Menschen jegliche Planungssicherheit für ihre Altersvorsorge. Höhere Altersgrenzen lösen den demografischen Wandel nicht, sondern verschieben Lasten in die Erwerbsminderungsrente. Ich erwarte nachhaltige Finanzierungsmodelle statt einseitiger Belastung der Arbeitnehmer. Ich freue mich auf Ihre Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen aus Koblenz

Dr. Thorsten Rudolph
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