Wo sehen Sie die Pflegekräfte, arbeiten bis 67 in der neuen Renten Reform?
Sehr geehrter Hr. Frei,
wo sehen Sie die Pflegekräfte in der neuen Rentenreform, wo es doch kaum einer bis zum 65 Lebensjahr in diesem Beruf offensichtlich schafft zu arbeiten, bzw. es Alternativen gibt?
Mit freundlichen Grüßen,
N.Sc.
Sehr geehrter Herr S.,
die geplante Rentenreform soll die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren grundsätzlich beenden, zugleich aber einen abschlagsfreien Zugang für Menschen vorsehen, die aus gesundheitlichen Gründen oder wegen besonderer Belastungen nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können. Besondere körperliche Belastungen sehe ich heute insbesondere auch in den körperlich sehr anstrengenden und belastenden Pflegeberufen.
Deshalb setze ich mich dafür ein, dass Härtefall- und Übergangsregelungen geschaffen werden und der Vertrauensschutz für Menschen nahe am Ruhestand gewahrt bleibt. Entscheidend ist aber auch, den Pflegeberuf so auszugestalten, dass mehr Beschäftigte ihn länger ausüben können: durch ausreichende Personalbesetzung, bessere Arbeitsorganisation, Entlastung von Bürokratie, technische Hilfsmittel sowie Entwicklungsmöglichkeiten in weniger körperlich belastende Tätigkeiten – etwa Anleitung, Koordination oder Praxisbegleitung. Ich gehe davon aus, dass in nicht allzu ferner Zukunft in diesen Berufsfeldern durch die Entwicklungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik enorme Fortschritte und Entlastungen zum Wohle des Pflegepersonals erreicht werden können. Die Pflege ist und bleibt ein sehr dynamisches Berufsfeld, das wir politisch sehr eng begleiten müssen und in dem immer wieder auch Anpassungen der Rahmenbedingungen erfolgen müssen.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Frei

