Wie können wir gewährleisten, dass bei sparzwängen zuerst die Politik Verantwortung übernimmt und die Zahnmedizinische Grundversorgung schützt, statt Leistungen für Bürger zu streichen?
Sehr geehrter Herr Frei,ich schreibe Ihnen als Bürger mit einem Herzenswunsch. Wenn grundlegende Versorgungen – wie aktuell die zahnmedizinische Sicherheit – zur Disposition stehen, berührt dies das geistige Fundament unserer Gesellschaft. Das Wohl des Einzelnen ist untrennbar mit dem Heil des Ganzen verbunden. Ich betrachte Ihr Amt als höchsten Schutzauftrag.Wahre Führung zeigt sich in der Bereitschaft, als Erster Verantwortung zu tragen. Was ein führender Mensch aus innerer Überzeugung tut, dem folgen die anderen nach.Wahre Souveränität beweist sich darin, Entscheidungen, die der Würde & dem Schutzauftrag widersprechen, zu korrigieren.Ich lade Sie ein: Wie stellen wir sicher, dass bei finanziellen Engpässen zuerst die politische Ebene die Last trägt, damit Ihr Handeln zum bleibenden Segen für alle Bürger wird? Ich hoffe auf eine Antwort, die diesen Geist eines wahrhaftigen Dienstes widerspiegelt.Mit aufrichtigem Gruß & dem Wunsch für weises Handeln.Matthias E.
Sehr geehrter Herr E.,
Ihre Sorge um die zahnmedizinische Versorgung und die Würde jedes einzelnen Menschen nehme ich sehr ernst. Ich teile zudem Ihre Auffassung, dass der Staat einen besonderen Schutzauftrag hat, wenn es um grundlegende Versorgungsleistungen geht. Gerade im Gesundheitsbereich müssen finanzielle Erwägungen immer mit Augenmaß und im Bewusstsein der Verantwortung für die Schwächsten getroffen werden. Gleichwohl kommen wir angesichts des demographischen Wandels in unserer Gesellschaft nicht um strukturelle Reformen herum, auch im Gesundheitswesen. In den anstehenden Beratungen über Prioritäten und Einsparpotenziale werde ich Ihre Gedanken gerne im Kopf behalten. Abschließend: Politische Verantwortung verstehe ich – so wie Sie es beschreiben – als Dienst an den Bürgerinnen und Bürgern. Ich danke Ihnen für Ihren Appell und Ihre Ermutigung, diesem Anspruch weiterhin gerecht zu werden. Unabhängig davon hat die Bundesgesundheitsministerin Warken sehr klar zum Ausdruck gebracht, dass die Bundesregierung hier keine Änderung vornehmen wird. Insofern sollte man Debattenvorschläge auch nicht überhöhen.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Frei

