Werden bei der Pflege die Einsparpotentiale durch Wiederverwendung von Geräten und Hilfsmitteln ausreichend genutzt?
Sehr geehrte Frau Machalet, in meinem Bekanntenkreis beobachte ich, dass Hilfsmittel und Geräte oft vernichtet werden, weil der Aufwand für eine Reparatur oder eine Prüfung gescheut wird. Selbst gekaufte Rollatoren müssen vernichtet werden, da ein Altenheim diese nach dem Ableben des Besitzers nicht verwenden darf. Häufig wird neben dem "Kassen-Rollator" ein viel leichterer Rollator noch dazu gekauft - und das Kassengestell steht im Keller. Enorme Mengen von Medikamenten, teilweise noch original verpackt werden nach dem Ableben des Patienten einfach vernichtet. Latexhandschuhe - original verpackt, nicht geöffnet - müssen bergeweise vernichtet werden, da das Heim oder die Organisation diese nicht verwenden darf ("Wir haben unsere eigenen"). Ein elektrischer Rollstuhl wird bewilligt, obwohl der Patient nur im Bett liegt. Das teure Gerät steht ungenutzt herum. Gibt es nicht hier ungenutztes Einsparpotential ohne Einschränkung der Unterstützung?
Hallo Wilhelm,
vielen Dank für deine Frage. Du hast ein Thema angesprochen, zu dem ich bereits mehrere Gespräche geführt habe. Es fühlt sich falsch an, ungenutzte Dinge einfach wegzuwerfen. Im Idealfall gäbe es hierfür eine gute Lösung, die sowohl finanziell als auch ökologisch nachhaltig ist. Es ist definitiv ein Aspekt, über den wir weiter nachdenken sollten.
Allerdings ist der bürokratische Aufwand im Bereich der Hilfsmittel bereits jetzt sehr hoch, und wir möchten natürlich auch Missbrauch verhindert. Beispielsweise dürfen bei Medikamenten ausschließlich die Personen diese verwenden, denen sie verschrieben wurden.
Ich halte das Thema für sehr sensibel, und die Gefahr eines möglichen Missbrauchs ist vermutlich so groß, dass der finanzielle Einsparungseffekt den zusätzlichen Aufwand nicht rechtfertigen würde.
Dennoch: Vielleicht finden wir ja doch noch eine gute Lösung, die ohne erheblichen Mehraufwand auskommt und diesem Problem gerecht wird.

