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Stephan Mayer
CSU
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Frage von Patrik B. •

Sehr geehrter Herr Mayer,wird Bayern für die von der CSU geforderten SMR Reaktoren auch das notwendige Endlager bereitstellen?MfG Patrik B.

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/atomkraft-bayern-soeder-csu-wirbt-fuer-mini-akw-100.html

https://www.global2000.at/faktencheck-moderne-atomkraftwerke-und-mini-reaktoren

Wird Bayern für die Endlagerung des entstehenden Atommülls die Verantwortung in Form eines Endlagers übernehmen?

Oder lehnen Sie ein Endlager kategorisch ab wie schon immer?

Zitat:

"Wir sind überzeugt, dass Bayern kein geeigneter Standort für ein Atomendlager ist." So hat es bisher eine jede Staatsregierung gehalten. So steht es im Koalitionsvertrag von CSU und FW von 2018.

https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-atommuell-endlager-soeder-1.5047773

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Antwort von CSU

Sehr geehrter Herr B.,

ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Frage vom 20. März 2026, die ich in Ergänzung zu Ihrer inhaltlich zusammenhängenden Frage aus dem Jahr 2025 sehr gerne beantworte.

Die Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle bewegt viele Menschen in Deutschland seit Jahrzehnten in besonderer Weise. Die Sorgen, die damit verbunden sind, sind nachvollziehbar. Gerade weil es in diesem Bereich über lange Zeit tiefes Misstrauen, erhebliche Konflikte und auch massive Proteste gegeben hat, kommt es heute umso mehr darauf an, die Endlagersuche mit größtmöglicher Sorgfalt und Transparenz im Hinblick auf die bestmögliche Sicherheit zu führen. Genau darauf ist das Standortauswahlverfahren angelegt.

Aus Sicht der CSU ist es zugleich richtig, energiepolitische Zukunftsfragen technologieoffen zu diskutieren. Neue Reaktorkonzepte wie Small Modular Reactors (SMR) sind dabei eine Möglichkeit. Hier verweise ich auf meine zurückliegende Antwort. Aus der Befürwortung moderner Atomreaktoren neuen Typs folgt aber nicht zwangsläufig, dass ein Bundesland einen Standort akzeptieren müsste, den es aus geologischen und sicherheitsbezogenen Gründen für ungeeignet hält. Der entscheidende Punkt im Freistaat Bayern ist: Auch Granit beziehungsweise Kristallingestein ist fachlich nicht pauschal ausgeschlossen. Maßgeblich ist jedoch nicht das sogenannte Wirtsgestein im abstrakten Sinne, sondern die konkrete geologische Eignung vor Ort. Gerade bei Kristallingestein hängt die Langzeitsicherheit in besonderer Weise von den tatsächlichen örtlichen Verhältnissen ab.

Die Bayerische Staatsregierung begründet ihre Haltung deshalb nicht damit, Verantwortung abweisen zu wollen, sondern damit, dass die in Bayern vorhandenen geologischen Formationen nach ihrer Bewertung die bestmögliche Sicherheit eines Endlagers nicht verlässlich gewährleisten. Darin liegt aus meiner Sicht kein Widerspruch zur technologieoffenen Haltung der CSU. Wer neue Technologien prüfen will, muss die Entsorgungsfrage ernst nehmen; er ist aber nicht gehalten, einen Standort politisch für geeignet zu erklären, wenn gerade an dessen Eignung erhebliche sicherheitsbezogene Zweifel bestehen.

In Bezug auf die konkrete detailliert sachliche wie politische Positionierung des Freistaates Bayern darf ich Sie auch in diesem Fall auf die Bayerische Staatskanzlei, beziehungsweise auf das einschlägig thematisch befasste Staatsministerium im Freistaat Bayern verweisen.

Ich danke Ihnen nochmals sehr herzlich für Ihre Frage und stehe Ihnen selbstverständlich jederzeit sehr gerne persönlich für Ihre Rückfragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Mayer, MdB

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