Frage an Silke Launert von Whqvgu Rpxfgrva-Qr Pnfgeb, Qe. bezüglich Frauen

15. April 2015 - 14:30

Sehr geehrte Frau Dr. Launert,

mit Sorge betrachte ich die in Deutschland nach Schutz suchenden Menschen aus Nordafrika und dem Nahen Osten. Besonders geht es mir um die Frauen und Kinder.

Bei mir verfestigte sich immer mehr der subjektive Eindruck, dass es sich bei den meisten Flüchtlingen um junge Männer handelt. Grundlage dafür waren meine persönlichen Alltagserfahrungen, sowie Bilder von Flüchtlingsunterkünften in Zeitung und Fernsehen.

Da ich mich nicht einfach auf mein Bauchgefühl verlassen wollte suchte ich belegbare Zahlen. Auf der Homepage der EU sind diese leicht zu finden (siehe Anhang). Und tatsächlich: In der Gruppe der 18- bis 34-Jährigen sind 2/3 bis 3/4 aller Asylbewerber männlich. In der Gruppe unbegleiteter Minderjähriger sind es sogar 80 Prozent.

Die Frage, die ich mir stelle: Was passiert mit den Frauen? Was passiert mit den Mädchen? Werden diese einfach zurück gelassen? Sind diese etwa weniger schutzbedürftig als Männer!?

Ihre Meinung zu diesem Punkt, speziell, ob Ihre Partei dagegen etwas unternehmen will, interessiert mich sehr.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Judith Eckstein-De Castro

Quelle: http://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php/Asylum_stat… Zitat: "Die Verteilung nach Geschlecht zeigt, dass es sich bei den Asylbewerbern häufiger um Männer als um Frauen handelte. ... Bei den Asylbewerbern in den Altersgruppen der 14 bis 17-Jährigen bzw. der 18 bis 34-Jährigen war die Geschlechterverteilung ungleichmäßiger – hier waren zwei Drittel bis drei Viertel der Bewerber männlich. Betrachtet man die unbegleiteten Minderjährigen, so waren die geschlechtsspezifischen Unterschiede noch klarer; hier waren etwa vier von fünf unbegleiteten minderjährigen Asylbewerbern männlich."

Frage von Whqvgu Rpxfgrva-Qr Pnfgeb, Qe.
Antwort von Silke Launert
24. April 2015 - 09:40
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 1 Tag

Sehr geehrte Frau Dr. Eckstein – De Castro,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht vom 15.04.2015, in der Sie auf die momentane Lage rund um das Thema Flüchtlinge eingehen.

Auch ich betrachte die momentane Lage mit Sorge. Sicher haben Sie eine ebenso sorgfältige Recherche zu dem Thema betrieben wie ich. In der Tat lassen sich kaum Gründe ausfindig machen, welche belegen, warum es zu einem solch starken Ungleichgewicht hinsichtlich der Geschlechter kommt.
Allerdings sind der Bundesrepublik Deutschland aus Kompetenzgründen die Hände gebunden. An der Staatsgrenze endet faktisch die Zuständigkeit. Selbst die Verflechtung in die supranationale Organisation der Europäischen Union kann in diesem Fall nicht weiterhelfen, da es sich um zurückgelassene Bürgerinnen und Kinder in Nordafrika und dem Nahen Osten handelt.
Anzumerken ist jedoch, dass es keinerlei geschlechtsbezogene Unterschiede gibt, sobald deutscher Boden betreten wird. Es ist insbesondere Ausfluss des Gleichbehandlungsgrundsatzes (Artikel 3 des Grundgesetzes), dass, sofern die rechtlichen Vorgaben hinsichtlich des geltenden Asylverfahrens eingehalten werden, jeder Flüchtling auf entsprechende Hilfe zählen kann.

Für uns gilt: Jede/r politisch Verfolgte/r hat ein Recht auf unsere Hilfe!

Nochmals vielen Dank für ihr Interesse.

Herzliche Grüße aus Berlin.

Dr. Silke Launert MdB