Sepp Daxenberger
DIE GRÜNEN
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Frage von Uhoreg Urvty an Sepp Daxenberger bezüglich Familie und Generationen

# Familie und Generationen 26. Sep. 2008 - 14:27

Sehr geehrter Herr Daxenberger,

heute Mittag war im Radio zu hören, dass die Grünen im Bundestag vehement gegen das sogenannte Betreuungsgeld kämpfen.

Meine Frau und ich bewirtschaften einen Bauernhof und leben auf dem Land. Wie stellen Sie sich eine Förderung der Kindererziehung auf dem Land vor, wenn nur noch in außerhäusliche Betreuung investiert wird, die es bei uns in erreichbarer Nähe aber nicht gibt? Ist bei den Grünen eine Kindererziehung auf dem Land, zu Hause in den Familien nicht mehr erwünscht?

Mit freundlichen Grüßen

Hubert Heigl

Von: Uhoreg Urvty

Antwort von Sepp Daxenberger (GRÜNE)

Sehr geehrter Herr Heigl,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage bezüglich Betreuungsgeld. Ich bin natürlich nicht der Experte für Familienpolitik, besonders wenn es sich um Entscheidungen auf Bundesebene handelt. Aber in Grundzügen kann ich Ihnen dazu natürlich etwas sagen. Wir müßen unterscheiden zwischen Erziehungsgeld und Betreuungsgeld. Das Erziehungsgeld gibt es ja schon lange. Dafür haben wir auch gekämpft. Es gibt ein Landeserziehungsgeld, das so glaube ich, inzwischen vom Bundeserziehugnsgeld abgelöst wurde. Das wird 12 Monate ausbezahlt, bzw. 14 Monate, wenn der Vater mindestens 2 Monate beim Kind bleibt. Dieses Erziehungsgelt ist gut und sollte auch noch wenn möglich ausgedehnt werden. Das Betreuungsgeld, über deren Einführung derzeit im Bundestag gestritten wird, setzt erst später bei den Kindern an. Ob es kommt ist auch noch nicht sicher, die Familienministerin von der Laien ist ja auch nicht dafür. Im Gesetz steht jetzt erst mal, daß es 2013 kommen soll, die Finanzierung ist aber noch unklar.

Uns ging es dabei vor allem um die Kinder. Natürlich ist es schön, wenn Kinder in einer intakten Familie, möglichst noch mit Großeltern, aufwachsen können. Und natürlich ist es für die Familien schön, wenn es dafür auch noch Geld vom Staat gibt. Wir wissen aber aus Erfahrung, und die habe ich nach 12 Jahren als Bürgermeister, daß eben dann viele Erziehungsberechtigte die Kinder nicht in den Kindergarten schicken, weil es nur dann das Betreungsgeld gibt, wenn keine Einrichtungen wie Kindergärten in Anspruch genommen werden. Die Gefahr ist sehr groß, daß gerade die Kinder, die es sehr nötig hätten in einer Einrichtung soziales Verhalten zu lernen, diese eben nicht besuchen dürfen, weil die Mutter oder der Vater das Geld lieber nimmt. Was mit den Geld passiert, ob Alkohol davon gekauft wird, oder tatsächlich dem Kind zugute kommt weiß man natürlich nicht.

Ich finde es besser, das Geld dafür herzunehmen, um Einrichtungen für unsere Kinder zu finanzieren. Bin mir aber durchaus bewußt, daß dadurch möglicherweise auch die intakten Familien zu kurz kommen, die tatsächlich sich um Ihre Kinder kümmern. Meine 3 Kinder sind auch nur das letzte Jahr vor der Schule in den Kindergarten gegangen. Meine Frau hat jeweils ein Jahr das Landeserziehungsgeld bekommen. Den Kindern ist es gut gegangen.

Mit freundlichen Grüßen,
Sepp Daxenberger

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