Verlängerung der Chat-Kontrolle: Werden im EU-Parlament die Demokratie sowie das "Briefgeheimnis" (resp. Privatsphäre) der Bürger nicht geachtet?
Werte Frau Verheyen,
am 09. Juli 2026 stimmte eine Mehrheit des Europäischen Parlaments gegen die Verlängerung der sogenannten Chatkontrolle. 314 Abgeordnete lehnten die Ratsposition ab, 276 stimmten dafür, 30 enthielten sich. Demokratisch betrachtet war die Sache eindeutig: eine klare Mehrheit der abgegebenen Stimmen war dagegen. Die Chatkontrolle trat trotzdem in Kraft - bis April 2028.
In den vergangenen Monaten war genau diese Regelung bereits zweimal zur Abstimmung gestellt und beide Male klar abgelehnt worden. Nur durch ein Verfahrenstrick konnte die Chatkontrolle am 9. Juli verlängert werden: absolute Mehrheit anstatt relative Mehrheit (https://www.fdp.de/cdu-peitscht-die-massenueberwachung-durchs-eu-parlament).
Frau Verheyen, wie steht es um das Demokratieverständnis des EU-Parlaments, wenn solche Tricks wie bei der Verlängerung der Chatkontrolle angewendet werden, um Parlamentsmehrheiten zu umgehen?

