Pia Zimmermann, MdB
Pia Zimmermann
DIE LINKE
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Frage von Qvafr Fnovar an Pia Zimmermann bezüglich Gesundheit

# Gesundheit 04. Aug. 2019 - 17:34

Sehr geehrte Frau Zimmermann

Ab nächsten Jahr beginnt die neue Pflegeausbildung. Während es bisher die Altenpflege-, Krankenpflege- und Kinderkrankenpflegeausbildung gab, werden nun Generalisten ausgebildet. Zwar wird das letzte Jahr für die jeweilige Spezialisierung genutzt, dass dürfte aber nicht ausreichen um das gleiche Qualifikationsniveau zu erreichen.
Wie sehen die Lösungsmöglichkeiten der LINKEN hier aus? Sind, analog zu anderen Ländern, eine Ausweitung der Fachweiterbildungen vorgesehen? Wird es zukünftig also sowas wie Fachpflegekraft für pädiatrische Neurologie, Fachpflegekraft für Gerontopsychiatrie usw. geben?
Schon jetzt gab es Probleme bei der Zuständigkeit der Finanzierung der Generalistischen Ausbildung. Wer wird die dann eigentlich zwingend notwendigen Fachweiterbildungen finanzieren?

Hochachtungsvoll
Sabine Dinse

Von: Qvafr Fnovar

Antwort von Pia Zimmermann (LINKE) 08. Aug. 2019 - 16:03
Dauer bis zur Antwort: 3 Tage 22 Stunden

Sehr geehrte Frau Dinse,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich teile ihre Sorge, ob das hohe Qualifikationsniveau, das wir derzeit in den Pflegeberufen vorfinden, mit Einführung der generalistischen Ausbildung ab 1. Januar gehalten werden kann. Ich und die Fraktion DIE LINKE haben die sogenannte Generalistik seit Beginn der Debatte kritisiert. Ich möchte, neben dem von Ihnen aufgebrachtem Argument, die notwendige Spezialisierung sicherzustellen, ergänzen, dass ich mit der generalistischen Ausbildung eine Abwanderung aus der Altenpflege in die Krankenpflege befürchte. Man kann aber den Personalnotstand im Pflegesystem nicht an einer Stelle kitten, indem man ihn an anderer Stelle noch verschärft. Das ist kurzsichtig.

Die Fraktion DIE LINKE hat in die vergangenen Haushaltsberatungen für das Haushaltsjahr 2019 einen Änderungsantrag eingebracht, damit zumindest die Anschubfinanzierung für die Umstellung auf die Generalistik sichergestellt wäre. Denn natürlich ist sie inhaltlich zu kritisieren, aber dafür können die Auszubildenden nichts, für die gute Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen. Dieser wurde von der Regierungskoalition abgelehnt. Die Auszubildenden, die Lehrkräfte und die Fachkräfte wurden und werden da von der Bundesregierung weiterhin im Regen stehen gelassen.

Mit freundlichen Grüßen

Pia Zimmermann