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Peter Hauk
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Frage von Enrico S. •

Warum lehnen Sie die Zuckersteuer ab? Und was machen Sie in Ihrem Bundesland, damit sich die Bürger und auch besonders die Kinder in Kita und Schulen gesund und zuckerarm ernähren können?

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr S.

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Interesse an einem so wichtigen Thema wie der gesunden Ernährung – insbesondere von Kindern und Jugendlichen. Gerne nehme ich zu Ihrer Frage Stellung.

Die Diskussion um eine sogenannte „Zuckersteuer“ wird seit einigen Jahren auch in Deutschland geführt. Die Position der CDU ist hierbei klar: Wir lehnen eine pauschale Zuckersteuer ab.

Unsere Gründe sind vielfältig. Erstens halten wir zusätzliche Verbrauchssteuern für kein geeignetes Mittel, um nachhaltige Verhaltensänderungen zu erreichen. Eine solche Steuer würde alle Bürgerinnen und Bürger treffen – unabhängig von ihrem tatsächlichen Konsumverhalten – und insbesondere Familien mit geringerem Einkommen stärker belasten. Zweitens sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirksamkeit einer isolierten Zuckersteuer nicht eindeutig. Eine reine Verteuerung einzelner Produkte führt häufig zu Ausweichreaktionen, ohne das Ernährungsverhalten grundlegend zu verbessern. Drittens setzen wir als CDU grundsätzlich auf Eigenverantwortung, Aufklärung und Kooperation statt auf staatliche Bevormundung.

Das bedeutet jedoch keineswegs, dass wir das Thema übermäßigen Zuckerkonsums unterschätzen. Im Gegenteil: Als baden-württembergischer Verbraucherschutzminister ist es mir ein zentrales Anliegen, gesunde Ernährung aktiv zu fördern.

In Baden-Württemberg verfolgen wir deshalb einen umfassenden Ansatz:

1. Ernährungsbildung von Anfang an
Mit Programmen zur Ernährungsbildung in Kitas und Schulen vermitteln wir Kindern frühzeitig Wissen über ausgewogene Ernährung. Initiativen wie das EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch stärken ein gesundes Essverhalten im Alltag.

2. Qualitätsstandards für Gemeinschaftsverpflegung
Wir unterstützen Kommunen und Träger bei der Umsetzung hochwertiger Verpflegungskonzepte in Kitas und Schulen. Dabei orientieren wir uns an den Empfehlungen der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die klare Richtlinien für eine ausgewogene und zuckerarme Ernährung vorgibt.

3. Kooperation mit der Wirtschaft
Statt auf Strafsteuern setzen wir auf Dialog mit Herstellern und Handel. Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren freiwillig den Zuckergehalt ihrer Produkte reduziert. Solche Anpassungsprozesse unterstützen wir ausdrücklich, weil sie ohne zusätzliche Belastung der Verbraucher wirken.

4. Transparenz für Verbraucher
Eine verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln ist entscheidend. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen auf einen Blick erkennen können, wie viel Zucker ein Produkt enthält. Informierte Entscheidungen sind die Grundlage mündiger Verbraucherpolitik.

5. Prävention durch Bewegung
Gesundheit ist mehr als Ernährung allein. Deshalb fördern wir Programme, die Bewegung und Sport im Alltag von Kindern stärken – denn auch körperliche Aktivität ist ein wichtiger Baustein zur Vorbeugung von Übergewicht.

 

Darüber hinaus setzen wir in Baden-Württemberg ganz gezielt eigene Programme um: Mit der Landesinitiative „BeKi – Bewusste Kinderernährung“ erreichen wir seit vielen Jahren Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte in Kitas und Schulen und vermitteln praxisnah Ernährungswissen. Über das EU-Schulprogramm erhalten Kinder regelmäßig Obst, Gemüse sowie Milchprodukte und werden zugleich pädagogisch an gesunde Ernährung herangeführt. Das Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg (LErn BW) unterstützt Einrichtungen mit Beratung, Fortbildungen und Materialien zur Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung. Im Rahmen unserer Ernährungsstrategie fördern wir zudem Projekte wie den „Ernährungsführerschein“ an Grundschulen, das BeKi-Zertifikat für Kitas oder Programme zur Stärkung der Ernährungsbildung in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte. All diese Maßnahmen zielen darauf ab, Ernährungskompetenz nachhaltig zu stärken – nicht durch Verbote oder Verteuerung, sondern durch Wissen, Qualität und Motivation.

Unser Ansatz lautet daher: Aufklären statt verteuern, fördern statt verbieten. Die CDU setzt auf eine Politik, die Menschen befähigt, selbstbestimmte und verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen. Eine Zuckersteuer würde dieses Ziel aus unserer Sicht nicht erreichen.

Ich danke Ihnen nochmals für Ihre berechtigte Frage. Der Schutz der Gesundheit – insbesondere unserer Kinder – bleibt ein zentrales Anliegen meiner Politik in Baden-Württemberg.

Mit freundlichen Grüßen 

Peter Hauk MdL

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