Sie warben für das Rentenkommissions-Gesamtpaket ohne "Rosinenpickerei", wie reagieren Sie auf die DGB-Zahlen zu Handwerk und Pflege?
Sehr geehrter Herr Reddig,
Sie haben sich als Mitglied der Rentenkommission und im taz-Interview dafür ausgesprochen, das Gesamtpaket der 33 Reformvorschläge umzusetzen, ohne einzelne Punkte herauszupicken. Eine DGB-Auswertung von rund 28.000 Beschäftigten zeigt, dass 72 Prozent im Bereich Sanitär/Heizung/Klempnerei und 66 Prozent in Hochbauberufen nicht glauben, gesundheitlich bis zum Renteneintrittsalter durchzuhalten. Die bisherige abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren war zwar nicht formal auf bestimmte Berufe beschränkt, wurde politisch aber häufig mit besonders belastenden Tätigkeiten begründet. Reichen die on der Kommission vorgesehenen Schutzmechanismen aus, oder sehen Sie zusätzlichen Handlungsbedarf für besonders belastende Berufe?
Sehr geehrter Herr L.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Die allgemeine abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren soll zwar beendet werden, jedoch soll stattdessen eine neue sog. Schutzrente eingeführt werden: Vorgeschlagen wird, dass rentennahe Personen, die aufgrund von Erkrankung nicht in ihrem langjährigen Beruf weiterbarbeiten können, nach entsprechender Gesundheitsprüfung vorzeitig in den Ruhestand gehen können: 2 Jahre eher ohne Abschläge; weitere drei Jahre eher mit Abschlägen. Voraussetzung soll sein, dass sie mindestens 35 Beitragsjahre vorweisen. Auf diese Weise werden zielgenau Menschen in den Blick genommen, die viele Jahre in körperlich belastenden Berufen gearbeitet haben und aus gesundheitlichen Gründen nicht weiterarbeiten können.
Mit freundlichen Grüßen
Pascal Reddig

