Sehr geehrter Herr Reddig, können Sie erklären warum die strukturelle Benachteiligung von niedrig Verdienenden durch die Rentenreform deutlich vergrößert wird?MfG Patrik B.
Zitat:Dieses auswertend, kamen Forscher zu dem Ergebnis, dass der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen der Gruppe mit dem relativ niedrigsten Einkommen und der mit dem höchsten bei Männern nicht weniger als 8,6 Jahre, bei Frauen 4,4 Jahre beträgt.
https://taz.de/Ungerechtigkeit-bei-der-Rente/!5962220/
Die Abschaffung der Rente für besonders langjährig Versicherte führt zu 2 Jahren längerer Beitragszahlung und 2 Jahren kürzerem Rentenbezug.(Statistik,aber die bemüht die Rentenkommission auch).Ist diese vergrößerte Benachteiligung hinnehmbar?
Arme und wenig gebildete Menschen leben in Deutschland deutlich kürzer als ökonomisch besser gestellte Bürger.
https://www.zeit.de/gesellschaft/2017-06/lebenserwartung-studie-armut-reichtum-bildung
Ist diese Umverteilung bei der Rente von unten nach oben gewollt?
Werden die Regelungen zur früheren Pensionierung von Beamten auch abgeschafft?
https://www.transparent-beraten.de/rente/beamte/#besondere-gruppen
Lieber Herr B.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Die Reformvorschläge führen nicht zu einer Benachteiligung von Geringverdienern. Eine Umverteilung bei der Rente von unten nach oben wird nicht vorgeschlagen.
Im Gegenteil: Es werden Maßnahmen vorschlagen, die zielgenau Personen mit kleinen Renten und gesundheitlich belastete Personen unterstützen – z.B. durch Freibeträge in der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, durch die neue „Schutzrente“ für rentennahe gesundheitlich belastete Personen oder durch die Kapitalrente, die auch kleine Renten deutlich steigern wird. Auch der Grundrentenzuschlag für langjährige Geringverdiener bleibt weiter bestehen.
Die Kommission empfiehlt eine wirkungsgleiche Übertragung der Reformen auf die Beamtenpensionen.
Mit freundlichen Grüßen
Pascal Reddig

