Wie gedenken Sie die Organspendesituation in Deutschland zu verbessern, damit weniger Patienten auf den Wartelisten sterben müssen? Vielen Dank!
Guten Tag,
vielen Dank für Ihre Anfrage zu diesem existenziellen Thema. Die Lage der Menschen, die in Deutschland teils jahrelang auf ein lebensrettendes Spenderorgan warten, ist dramatisch. Dass jedes Jahr Hunderte Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten versterben, obwohl die grundsätzliche Spendenbereitschaft in der Bevölkerung hoch ist, ist ein unhaltbarer Zustand. Daher braucht es dringend eine Rechtsreform.
Auf rechtlicher Ebene setzt sich Omid Nouripour gemeinsam mit einer überparteilichen Gruppe von Abgeordneten im Deutschen Bundestag für die Einführung der sogenannten erweiterten Widerspruchsregelung ein (vgl. den fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf BT-Drs. 21/7570). Nach diesem Modell gilt jede erwachsene Person grundsätzlich als potenzielle Spenderin oder potenzieller Spender, es sei denn, sie hat einer Organentnahme zu Lebzeiten aktiv widersprochen oder Angehörige wissen von einem entgegenstehenden Willen. Dieses Prinzip hat sich in vielen europäischen Nachbarländern bewährt und stellt sicher, dass die individuelle Entscheidung respektiert wird, ohne dass organisatorische Hürden im Alltag lebensrettende Chancen verstreichen lassen.
Die Entscheidung über eine Organspende ist eine höchstpersönliche Gewissensfrage. Omid Nouripours Ziel ist es, den verbindlichen Rahmen so zu gestalten, dass niemand ungewollt zum Spender wird, aber gleichzeitig möglichst viele Leben durch klare Abläufe und einfache Registrierungsprozesse gerettet werden können.
Vielen Dank für Ihren wichtigen Beitrag und das Interesse an dieser Debatte.
Mit freundlichen Grüßen
Team Nouripour

