Norbert Knopf
Bündnis 90/Die Grünen
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Coronaimpfung oder Studium beenden? Ist das eine freie Impfentscheidung?

Sehr geehrter Herr Knopf,
ich studiere berufsbegleitend Soziale Arbeit. Dieses Studium ist bereits jetzt mit hohen Kosten verbunden. Und das, obwohl in Deutschland ein Fachkräftemangel herrscht. Nun sehen ich mich und viele andere Studenten mit einem Problem konfrontiert. An den Unis wurde 3G eingeführt. Wer nicht geimpft oder genesen ist darf die Unis nur noch mit Impfzertifikat betreten. Die Impfung ist freiwillig heißt es immer. Nun macht der Staat die Test verpflichtend, zahlen sollen jedoch die Studenten und das, obwohl es um den Schutz und um die Bekämpfung der Pandemie geht. Wer nun sein Recht in Anspruch nimmt, sich nicht impfen zu lassen und nicht das nötige Geld hat, muss sein Studium beenden. Das kann und darf nicht der Weg sein, den die Politik wirklich möchte!!! Bildung sollte jedem unabhängig vom Impfstatus möglich sein und auch nicht von den finanziellen Mitteln eines Einzelnen abhängig sein. Die Allgemeinheit zahlt auch die Impfstoffe oder Behandlungen von Rauchern mit!

Frage von Christin R. am
Antwort vom
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Sehr geehrte Frau R.,

vielen Dank für ihr Interesse an Gesundheitsthemen. Als Studentin der sozialen Arbeit dürfte es ihnen bekannt sein, dass der direkte Kontakt zu Menschen ein entscheidender Faktor ist. Auch im Studium. Daher streben wir in Baden-Württemberg im Wintersemester 21/22 an, die Lehre in Präsenz stattfinden zu lassen. Im Bereich der Sozialen Arbeit steht oftmals auch der Kontakt zu vulnerablen Gruppen an. Hier ist, wie in der Pflege auch, der Schutz der KlientInnen ein wichtiges Ziel. Die Impfung ist kostenfrei und schützt sie und auch ihre KlientInnen. Da sie berufsbegleitend studieren, ist ihr Arbeitgeber zu Testungen verpflichtet. Kosten entstehen da nicht für sie. Ein generelles Kostenrisiko für Studis ist auch schwer vermittelbar. Viele Bildungseinrichtungen übernehmen die Kosten für die wenigen verbliebenen Ungeimpften. Ansonsten werden die Kosten für die Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können weiterhin übernommen. Wer aus persönlichen Gründen für sich und andere einen kostenfreien Schutz (Impfung) ablehnt hat die Mehrkosten selbst zu tragen. Die dahinterstehenden Konzepte dürften Sie im Rahmen des Studium der Sozialen Arbeit sicher kennen. 

Freundliche Grüße

Norbert Knopf

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