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Nadyne Saint-Cast
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Maria W. •

Guten Tag Frau Saint-Cast, warum haben Sie gegen gebührenfreie Kitas und die Förderung der Infrastruktur von Frauen- und Kinderschutzhäusern gestimmt?

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Liebe Frau W.,

vielen Dank für Ihre Frage.

Mir ist wichtig, hier differenziert zu antworten. Eine flächendeckende Gebührenfreiheit für Kitas ist aktuell finanziell nicht darstellbar, wenn wir gleichzeitig die Qualität der frühkindlichen Bildung sichern und weiter ausbauen wollen. Und genau diese Qualität hat für mich oberste Priorität.

Deshalb setze ich mich dafür ein, dass das letzte Kindergartenjahr verpflichtend und damit gebührenfrei wird – das haben wir auch so in unserem Wahlprogramm verankert. Gleichzeitig ist mir eine soziale Staffelung der Beiträge sehr wichtig. Das bedeutet: Die Höhe der Gebühren orientiert sich am Einkommen der Familien. Kommunen wie Freiburg im Breisgau gehen hier bereits voran. Zudem zahlen Familien im Transferleistungsbezug (z.B. Bürgergeld oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz) ohnehin keine Kitabeiträge.

Für mich ist entscheidend: In der frühen Bildung werden die Weichen für faire Chancen gestellt. Investitionen in Sprachförderung, multiprofessionelle Teams und eine starke Kitaleitung kosten Geld – und dieses Geld möchte ich prioritär in Qualität investieren. Baden-Württemberg steht im bundesweiten Kitamonitor beim Fachkräfte-Kind-Schlüssel an der Spitze. Ich möchte, dass das so bleibt. Eine pauschale Gebührenfreiheit würde enorme Mittel binden, die uns dann an anderer Stelle für Qualitätsverbesserungen fehlen würden.

Als dreifache Mutter weiß ich zudem aus eigener Erfahrung: Familien brauchen vor allem verlässliche, qualitativ hochwertige Betreuung. Eine soziale Staffelung und ein gebührenfreies letztes Kita-Jahr sind für mich ein realistischer und verantwortungsvoller erster Schritt, um Eltern finanziell zu entlasten und gleichzeitig die Bildungsqualität zu sichern.

Zur Förderung der Infrastruktur von Frauen- und Kinderschutzhäusern: Der Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt ist für mich nicht verhandelbar. Baden-Württemberg investiert hier bereits erheblich, und ich unterstütze ausdrücklich den weiteren bedarfsgerechten Ausbau. Bei einzelnen Abstimmungen geht es jedoch häufig um die konkrete Gegenfinanzierung oder um strukturelle Fragen der Zuständigkeit zwischen Land und Kommunen – nicht um das „Ob“ des Schutzes. Mein Ziel bleibt klar: Schutz, Prävention und verlässliche Strukturen müssen dauerhaft gesichert und solide finanziert sein.

Mir ist wichtig, verantwortungsvoll mit öffentlichen Mitteln umzugehen – und dabei sowohl Familien zu entlasten als auch die Qualität und den Schutz für Kinder und Frauen nachhaltig zu stärken.

 

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