Betreff: Homöopathie und Heilpraktiker: Ihre Position vor der Wahl am 8. März
Frage: Der Bundesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen im November 2025 hat sich gesundheitspolitisch zur Komplementärmedizin positioniert. Wie bewerten Sie diesen Beschluss und wie positionieren Sie sich vor der Landtagswahl am 8. März zur künftigen Rolle der Homöopathie und auch des Heilpraktikerberufs im deutschen Gesundheitssystem? An welchen fachlichen, wissenschaftlichen oder gesundheitspolitischen Grundlagen orientieren Sie Ihre Haltung in dieser Frage? MfG und danke für Ihre Antwort, Christian B., Blogger, Homoeopathiewatchblog.de
Die Debatte rund um die Homöopathie ist sicher nicht einfach. Offen gesagt kann ich Ihr Anliegen und Ihre Schilderungen sehr gut nachvollziehen. Die Entscheidung zur Homöopathie auf der Bundesdelegiertenkonferenz in Hannover im November 2025 bedaure ich persönlich sehr.
Ich selbst stehe dem homöopathischen Ansatz grundsätzlich positiv gegenüber und habe auch bei meinen beiden inzwischen erwachsenen Kindern gute Erfahrungen damit gemacht. Sie wurden über viele Jahre von einem anthroposophisch orientierten Arzt in Stuttgart begleitet. Diese persönlichen Erfahrungen prägen selbstverständlich meine Haltung.
Gleichzeitig ist mir wichtig zu betonen, dass gesundheitspolitische Entscheidungen auf einer sorgfältigen Abwägung beruhen müssen. Für mich gehören dazu wissenschaftliche Evidenz, Patientensicherheit, Therapiefreiheit sowie die Selbstbestimmung mündiger Patientinnen und Patienten. Viele Menschen wünschen sich ergänzende Behandlungsangebote und erleben diese als hilfreiche Unterstützung. Dies ernst zu nehmen, ist aus meiner Sicht auch eine gesundheitspolitische Aufgabe.


