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Michael von Abercron
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Frage von Helena B. •

Frage an Michael von Abercron von Helena B. bezüglich Umwelt

Sehr geehrter Herr von Abercron,
Die Klimakrise ist Realität geworden. Mich haben besonders die starken Feuer in Australien und im Amazonas beunruhigt. Europa erhitzt sich sehr schnell und zudem haben wir nun auch in Deutschland bereits zwei Dürren erlebt. Unsere Felder und Wälder sind in schrecklichem Zustand. Wenn es so weiter geht wie bisher, frage ich mich, wie wir und unsere Kinder in Zukunft leben werden? Wird die Landwirtschaft genügend Lebensmittel produzieren? Werden wir auch landesweite Feuer haben? Wenn wir etwas dagegen tun wollen, dann müssen wir schnell handeln, was nur durch die gesamte Gesellschaft getan werden kann und sollte. Manche Organisationen schlagen hierfür BürgerInnenversammlungen vor, um die Frage der Klimawandelvermeidung – ggf. auch polarisierender Fragen – mit allen Kräften gemeinsam zu beantworten. Würden Sie BürgerInnenversammlungen als Instrument befürworten, um solche Entscheidungen mit großer Legitimität zu treffen? Könnte so gegen die Klimakatastrophe vorgegangen werden? Bitte antworten Sie mir. Ich mache mir schreckliche Sorgen und engagiere mich daher ehrenamtlich in diesem Bereich.
Herzliche Grüße,
H. B.

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Antwort von
CDU

Sehr geehrte Frau B.!

Herzlichen Dank für Ihre Fragen. Es besteht weitgehend politische Einigkeit darin, dass weltweit gegen den Ausstoß klimarelevanter Gase gehandelt werden muss. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt bis 2050 klimaneutral zu sein. Die dazu notwendigen Maßnahmen werden alle Bürger dieses Landes vor sehr große Herausforderungen und Einschränkungen stellen. Alle politischen Ebenen bis hin zu den Kommunen sind daran beteiligt nach verträglichen Lösungen zu suchen. Unsere politischen Vertretungen sind demokratisch gewählt und können jederzeit ihre Bürgerinnen und Bürger durch Einwohnerversammlungen und anderer öffentliche Sitzungen einbeziehen. Auf keinen Fall dürfen dabei aber selbst ernannte Gruppen oder Räte ohne demokratische Legitimation die gewählten Vertretungen ersetzen.

Unsere große Herausforderung besteht darin, ein hochentwickeltes Industrieland energiepolitisch umzubauen, ohne den Wohlstand zu gefährden. Wenn uns das gelingt, könnten wir anderen Ländern helfen, diesen Weg ebenfalls zu versuchen. Die große Herausforderung wird aber darin bestehen, dass unser Land nur etwa 2% der Klimagase beeinflussen kann. Daran werden auch keine Bürgerversammlungen etwas ändern können, sondern nur technische und ökonomische Lösungen, die so gut sind, dass sie auf der ganzen Welt erfolgreich sind.

Ich bin mir sicher, dass wir auch weiterhin unsere Nahrungsmittel produzieren können, weil wir Möglichkeiten haben, uns auf den Klimawandel einzustellen. Wichtig dabei wird aber vor allem sein, ob die Gesellschaft bereit ist, vorbehaltlos alle technologischen Innovationen als zukünftige Lösungen in die klimapolitischen Erwägungen mit einzubeziehen.

Mit besten Grüßen

Dr. Michael von Abercron