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Michael von Abercron
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Frage von Linde J. •

Frage an Michael von Abercron von Linde J. bezüglich Verkehr

Sehr geehrter Herr Dr. von Abercron!

„Mit einem Schienenpakt von Politik und Wirtschaft wollen wir bis 2030 doppelt so viele Bahnkundinnen und Bahnkunden gewinnen,“ heißt es im Berliner Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD.

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/download-koalitionsvertrag-quelle-spd-100.html

Welche Möglichkeiten sehen Sie, dafür zu sorgen, dass die Deutsche Bahn diese Vorgabe auch für den Raum Hamburg tatsächlich umsetzt?

Müsste angesichts der neuen Zielvorgaben für den Bahnverkehr die von der DB Netz AG angestrebte Schließung des Fern- und Regionalbahnhofs in Altona nicht noch einmal kritisch geprüft werden?

Wie berichtet wurde, rechnet die Bahn am geplanten neuen Bahnhof am Diebsteich mit weniger Fahrgästen.

http://www.nahverkehrhamburg.de/neuer-bahnhof-altona-bahn-rechnet-mit-wenig-fahrgaesten-8233/

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Diebsteich-Neuer-Bahnhof-weniger-Kunden,diebsteich110.html

Das legt die Vermutung nahe, dass die Kapazitäten des geplanten neuen Bahnhofs geringer sind als die des bestehenden Bahnhofs.

Wie steht es künftig mit Autoreisezügen (zur Entlastung der Straßen) und mit Nachtzügen (als Ersatz für den besonders klimaschädlichen Flugverkehr)? Stimmt es, dass all dies am Diebsteich künftig nicht mehr möglich sein wird?

Danke im Voraus für Ihre Antwort!

Mit besten Grüßen

L. J.

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Antwort von
CDU

Sehr geehrte Frau J.,

vielen Dank für Ihre Anfrage zum Bahnverkehr im Hamburger Nordwesten.
Bei dem von Ihnen erwähnten Schienenpakt ist es der Union wichtig, dass neben der Steigerung der Fahrgastzahlen auch mehr Güter mit der Bahn transportiert werden. Ganz wichtig ist aber, dass die Bahn technisch und personell so aufgerüstet wird, dass Qualität und Zuverlässigkeit wieder ein akzeptables Niveau erreichen. Die Ein-und Auspendler von und nach Hamburg leiden fast täglich unter den dauernden technischen Störungen des Zugverkehrs.
Gerade von der Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona nach Diebsteich erwarten viele tausend Bahnkunden eine Verbesserung ihrer Situation. Der Altonaer Kopfbahnhof entspricht nicht mehr den heutigen verkehrlichen Anforderungen. Die Verlegung nach Diebsteich löst dabei die nicht unwesentlichen Probleme eines Kopfbahnhofes zugunsten eines Durchgangsbahnhofs. Nah- und Fernverkehr können hier besser verknüpft werden und es werden sich bessere Umsteigemöglichkeiten erschließen. Darüber hinaus werden sich die Fahrzeiten von und nach Schleswig-Holstein erheblich verkürzen, was die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn erheblich verbessert. Weiterhin entfallen Trassenkonflikte durch welche der Streckenengpass auf der so genannten Verbindungsbahn zwischen dem Bahnhof Altona und dem Hauptbahnhof deutlich entschärft wird. In Altona bleibt lediglich der S-Bahnhof erhalten.
Die Berechnung der Fahrgastzahlen sehe ich allerdings, wie Sie auch, kritisch. Hier ist die Bahn aufgefordert nachzubessern und ihre Konzepte in der Öffentlichkeit dann zu erläutern. Zudem sollte mit der Verlagerung des Fernbahnhofs eine vernünftige städtebauliche Neuordnung und Entwicklung zur Aufwertung des gesamten Gebiets einhergehen.
Diese Punkte werde ich einem Gespräch, welches ich demnächst mit Verantwortlichen der Bahn führen werde, deutlich thematisieren.
Die von Ihnen angesprochenen Autoreisezüge sind von der Deutschen Bahn, ebenso wie die Nachtzüge, komplett eingestellt worden. Das Geschäft wurde im Wesentlichen von den Österreichischen Bundesbahnen übernommen. In wie weit diese Geschäftsfelder wieder für die Deutsche Bahn wirtschaftlich betrieben werden können, kann ich nicht beurteilen. Da eine PKW-Verladung am neuen Bahnhof Diebsteich nicht möglich sein wird, prüfen die Bahn und die Stadt Hamburg derzeit andere Alternativstandorte für eine solche Verladung. Das eine solche Verlademöglichkeit gebraucht wird ist unbestritten, unabhängig davon, wer der Betreiber ist.

Mit freundlichen Grüßen
Michael von Abercron