Werden Sie dafür stimmen, dass das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt wird? Wenn ja warum?
Sehr geehrte Frau B.,
vielen Dank für Ihre Frage. Ja, ich halte es grundsätzlich für richtig, das Renteneintrittsalter künftig an die Entwicklung der Lebenserwartung zu koppeln.
Der Hintergrund ist klar: Wir werden im Durchschnitt älter, und das ist eine gute Nachricht. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass die Rentenbezugsdauer steigt. Wenn wir unser Rentensystem dauerhaft stabil und gerecht halten wollen, müssen wir dieses Verhältnis zwischen Lebensarbeitszeit und Rentenphase im Blick behalten.
Genau hier setzen auch die Empfehlungen der Alterssicherungskommission an. Sie schlagen eine moderate und schrittweise Anpassung vor, keine sprunghaften Erhöhungen, sondern nachvollziehbare Veränderungen über einen langen Zeitraum hinweg.
Mir ist dabei besonders wichtig: Eine solche Anpassung darf nicht zulasten derjenigen gehen, die körperlich hart arbeiten oder aus gesundheitlichen Gründen nicht länger tätig sein können. Deshalb braucht es weiterhin flexible und sozial ausgewogene Lösungen, etwa für langjährig Versicherte.
Für mich gilt: Wir müssen Verantwortung für die junge Generation übernehmen und gleichzeitig soziale Sicherheit im Alter gewährleisten. Eine maßvolle Kopplung an die Lebenserwartung ist dafür ein sinnvoller und notwendiger Baustein.
Mit freundlichen Grüßen
Melanie Bernstein

