Vertreten Sie als Landtagsabgeordneter die Position, das Renteneintrittsalter automatisch an die Lebenserwartung zu koppeln? Warum?
Welche Initiativen werden Sie als Landtagsabgeordneter ergreifen, um die Interessen der Bürgerinnen und Bürger Ihres Wahlkreises hinsichtlich einer möglichen automatischen Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung zu vertreten? Wie ist Ihre persönliche Haltung zu diesem Thema?
Zur Einordnung: Die automatische Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung ist kein bloßes Gedankenspiel mehr. Sie ist Bestandteil der Empfehlungen der Alterssicherungskommission, die ihren Abschlussbericht im Juni 2026 vorgelegt hat. Vorgesehen ist, die Regelaltersgrenze ab 2032 schrittweise an die Entwicklung der Lebenserwartung zu koppeln (Faustregel: zwei Drittel der gewonnenen Lebenszeit entfallen auf längere Erwerbstätigkeit, ein Drittel auf längeren Ruhestand). Die Bundesregierung hat angekündigt, die Empfehlungen als Grundlage für die weitere Rentenreform zu nutzen.
Vielen Dank für Ihre Frage. Die gesetzliche Rentenversicherung und damit auch die Festlegung des Renteneintrittsalters sind Aufgaben des Bundes, nicht des Landtages.
Ich halte es für richtig, dass wir über die Zukunft der Rente sprechen. Eine langfristig sichere und generationengerechte Altersvorsorge ist eine wichtige politische Aufgabe. Allerdings halte ich starre Automatismen für den falschen Ansatz. Bei Reformen müssen neben der Lebenserwartung auch die Arbeitswelt, unterschiedliche Belastungen in Berufen und die wirtschaftliche Entwicklung berücksichtigt werden.
Als Landtagsabgeordneter werde ich mich weiterhin für die Rahmenbedingungen einsetzen, die den Menschen in Sachsen-Anhalt gute Chancen auf Beschäftigung, Wertschöpfung und soziale Sicherheit ermöglichen. Ich bin dabei für ein flexibleres Renteneintrittsalter.

