Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren – ist das generationengerecht und setzt es die richtigen Anreize?
Sehr geehrter Herr Miersch,
Sie beraten derzeit über eine „tragfähige“ Lösung für die Rentenpolitik der nächsten 25 Jahre.
Wird dabei auch die Anreiz- und Generationengerechtigkeit gegenüber den geburtenstarken Jahrgängen berücksichtigt?
Diese Generation hat trotz schwieriger Startbedingungen in den 1980er Jahren über Jahrzehnte in großer Zahl Beiträge geleistet und damit die Rentenkassen mitfinanziert.
Ist es generationengerecht, gerade ihr die bislang zugesagte Möglichkeit eines abschlagsfreien Renteneintritts nach 45 Versicherungsjahren zu nehmen?
Und welche Anreize entstehen für die nachfolgenden Generationen? Schon heute ist die Teilzeitquote hoch. Wenn ein besonders langes Berufsleben keinen entsprechenden Vorteil mehr bringt, werden Teilzeit, längere Familienauszeiten oder Sabbaticals zusätzlich attraktiv.
Mit freundlichen Grüßen
Sonja H.
Sehr geehrte Frau H.,
Vielen Dank für Ihre Nachricht auf die ich nachfolgend gern eingehe.
Ihre Frage nach Generationen- und Anreizgerechtigkeit kann ich gut verstehen, genau um Fragen wie diese wird es in den kommenden Monaten gehen. Der Bericht der Rentenkommission benennt hierzu erste Leitlinien, die konkrete Ausgestaltung steht aber noch aus.
Sicher haben Sie in den Medien verfolgt, dass die SPD sich für den Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren einsetzt. Wir werden nun versuchen, in der Koalition eine angemessene Regelung zu finden.
Sehr geehrte Frau H., ich hoffe ich konnte Ihnen mit meiner Rückmeldung dennoch weiterhelfen.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Miersch

