Portrait von Mathias Schulz
Mathias Schulz
SPD
79 %
11 / 14 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Inga B. •

Sind Sie dafür dass das Rentenalter an die Lebenserwartung gekoppelt wird?

Portrait von Mathias Schulz
Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau B.,

Ich halte es nicht für sinnvoll, das Renteneintrittsalter pauschal an die allgemeine Lebenserwartung zu koppeln. Zwar steigt die Lebenserwartung insgesamt, doch das gilt nicht für alle Menschen oder Berufsgruppen gleichermaßen. Wer jahrzehntelang körperlich oder unter anderen besonders belastenden Bedingungen gearbeitet hat, sollte nicht automatisch noch länger arbeiten müssen. 

Aus meiner Sicht sollte deshalb nicht primär die allgemeine Lebenserwartung, sondern die Dauer der Einzahlungen in die Rentenversicherung berücksichtigt werden. Die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung sprechen eine klare Sprache: Menschen, die 2024 die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte nach 45 Versicherungsjahren (sog. “Rente mit 63”) in Anspruch nahmen, kamen durchschnittlich auf knapp 47 Beitragsjahre – rund zehn Jahre mehr als der Durchschnitt aller neuen Altersrentner*innen. Im Durchschnitt gingen sie mit 64,11 Jahren in Rente, Beziehende einer Regelaltersrente mit 66,20 Jahren, somit nur gut zwei Jahre früher. 

Die abschlagsfreie Rente für Menschen mit besonders langen Versicherungszeiten abzuschaffen, halte ich für den falschen Weg. Sie ist kein ungerechtfertigtes Privileg, sondern eine Frage der Gerechtigkeit und des Respekts vor einem langen Arbeitsleben.  Dabei müssen selbstverständlich auch Zeiten der Kindererziehung, Pflege, Krankheit und Arbeitslosigkeit angemessen berücksichtigt werden. 

Mit freundlichen Grüßen

Mathias Schulz

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Mathias Schulz
Mathias Schulz
SPD

Weitere Fragen an Mathias Schulz