Sind Sie wirklich dafür, die Krypto-Haltefrist abzuschaffen – obwohl das mein wenig Erspartes zusätzlich besteuert und frühere Versprechen damit gebrochen werden?
Sehr geehrter Herr Reichel, ich wende mich an Sie, weil ich erschüttert und traurig bin über Pläne, die steuerliche Haltefrist bei Bitcoin abzuschaffen. Gerade Menschen, die sich mit „wenig Erspartem“ eine private Vorsorge aufbauen, sid von Änderungen bei der Besteuerung besonders betroffen. Wenn der Staat jetzt die Spielregeln nachträglich verändert und dadurch zusätzliche Steuern auf Erträge entstehen, bedeutet das ganz praktisch weniger Sicherheit im Alltag – und weniger Möglichkeiten, für das Alter selbstständig vorzusorgen.
Mich trifft dabei besonders, dass zuvor offenbar anders versprochen wurde. Wer politische Aussagen macht, die genau solchen Mechanismen der langfristigen Planung und fairen Besteuerung zugrunde liegen, und dann später davon abweicht, beschädigt Vertrauen. Dieses Vertrauen ist nicht nur für mich persönlich wichtig, sondern für die gesellschaftliche Akzeptanz von Politik insgesamt.
Dabei hätte dies auch diverse Nachteile für Deutschland.
Sehr geehrter Herr W.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und dafür, dass Sie Ihre Sorgen so offen schildern.
Ich kann gut nachvollziehen, dass viele Menschen Wert auf verlässliche steuerliche Rahmenbedingungen legen, gerade dann, wenn sie mit eigenem, bereits versteuertem Einkommen privat Vermögen für die Zukunft aufbauen.
Nach meinem Kenntnisstand gibt es derzeit jedoch keine beschlossene Regelung, die die einjährige steuerliche Haltefrist für Kryptowährungen abschafft. Vielmehr wird im Rahmen der steuerpolitischen Diskussion geprüft, ob die bestehenden Regelungen insgesamt noch zeitgemäß sind und wie sie im internationalen Umfeld einzuordnen sind.
Für mich ist dabei entscheidend, dass private Anleger, die verantwortungsvoll Vermögen aufbauen und langfristig investieren, nicht unangemessen belastet werden. Ebenso wichtig ist aber, dass das Steuersystem nachvollziehbar, fair und möglichst missbrauchssicher ausgestaltet ist. Beides muss miteinander in Einklang gebracht werden.
Als CDU/CSU-Bundestagsfraktion stehen wir für verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Eigentumsschutz und eine Stärkung privater Vermögensbildung. Sollten konkrete Gesetzesvorschläge auf den Tisch kommen, werde ich diese daran messen, ob sie Planungssicherheit gewährleisten, Investitionen nicht unnötig erschweren und insgesamt zu einem wettbewerbsfähigen Standort Deutschland beitragen.
Mit besten Grüßen
Dr. Markus Reichel

