Werden Sie sich dafür einsetzen, dass Klima-Routing zur Vermeidung von Kondensstreifen im Luftraum aktiv priorisiert wird? (Bspw. durch eine Mandaterteilung an die Deutsche Flugsicherung (DFS))
Sehr geehrter Herr Pantinsano,
Nicht-CO₂-Effekte – vor allem langlebige Kondensstreifen-Zirren – verursachen laut DLR rund zwei Drittel der Klimawirkung der Luftfahrt. Daten von DLR, Google und Breakthrough Energy belegen: Nur ca. 3–5 % aller Flüge sorgen für bis zu 80 % dieser Eiswolken-Erwärmung.
Durch minimale Höhenanpassungen (300–600 m) lassen sich feuchte Luftschichten umfliegen ("Klima-Routing"). Der minimal höhere Kerosinverbrauch beim Ausweichen steht in keinem Verhältnis zur enormen Einsparung bei der Gesamterwärmung.
Der Bund hat als Eigentümer der Deutschen Flugsicherung (DFS) einen direkten Hebel. Klima-Routing braucht keine neuen Technologien, sondern den politischen Willen: die Erteilung eines Mandats an die DFS und die Nutzung präziser DWD-Wetterdaten.
Quellen:
https://www.zeit.de/2026/37/kondensstreifen-flugzeuge-klimaschutz-co2-flugverkehr
DLR-Studie
https://elib.dlr.de/198090/
Die grundsätzliche Richtung Ihres Anliegens passt sehr gut zu unserer bisherigen Luftverkehrspolitik. Bei der Anhörung zur Senkung der Luftverkehrsteuer im Mai 2026 hatten wir als Fraktion mit Carolin Schenuit v bewusst eine Sachverständige benannt, die genau auf die Nicht-CO2-Effekte des Luftverkehrs, einschließlich Kondensstreifen, hingewiesen hat. Unsere Fraktionsvorsitzende Janine Wissler hat bei dieser Gelegenheit auch scharf kritisiert, dass die Koalition den Luftverkehr steuerlich entlastet, während gleichzeitig Bus und Bahn für Millionen Menschen teurer werden.
Darüber hinaus fordern wir seit Langem eine EU-weite Kerosinsteuer, ein Verbot von Kurzstreckenflügen unter 500 Kilometern beziehungsweise fünf Zugstunden Entfernung sowie den Verzicht auf neue Flughafenkapazitäten, weil wir den Flugverkehr insgesamt als klimapolitisch besonders problematisch einstufen.

