Ludwig Hager
ÖDP

Frage an Ludwig Hager von Naan Jrvatneg bezüglich Raumordnung, Bau- und Wohnungswesen

13. September 2018 - 18:44

Sehr geehrter Hr. Hager,

wie möchten Sie den ÖPNV attraktiver machen?

Frage von Naan Jrvatneg
Antwort von Ludwig Hager
13. September 2018 - 22:49
Zeit bis zur Antwort: 4 Stunden 4 Minuten

Sehr geehrte Frau Jrvatneg, danke für Ihre Frage.

Der ÖPNV muss attraktiver als heute werden vor allem durch
· dichtere Takte,
· kürzere Fahrzeiten und
· günstigere Fahrpreise.
Hinzu kämen idealerweise noch verständliche Fahrgastinformationen und ein einfaches Tarifsystem. Frage beantwortet?
Momentan fehlt es dafür klar an politischem Willen bzw. Mehrheiten. Es fehlt an eindeutigen „Vorrangschaltungen“ für den ÖPNV (und das Fahrrad) gegenüber dem motorisierten Individualverkehr, vor allem hinsichtlich der Finanzen. Noch immer wird zu viel Geld ausgegeben für teure Straßenneu- und -ausbauten, z.B. hier bei uns in Nürnberg für die „Tieferlegung“ des Frankenschnellweges oder für eine Flughafen-Nordanbindung, die immer noch im Bundesverkehrswegeplan 2030 enthalten ist. Aber auch bei der Aufteilung der städtischen Fläche zieht der ÖPNV immer noch viel zu oft den Kürzeren, oder wann haben Sie es mal erlebt, dass Parkplätze oder eine zweite Auto-Fahrspur geopfert wird für die Einrichtung einer separaten Bus- oder Straßenbahnspur? Ihrer Frage nach dem „attraktiver“ könnte man aber auch verstehen im Sinne von „Wie kann es uns gelingen, dass sich mehr Menschen bei der Abwägung „nehme ich das Auto oder fahre ich mit den Öffentlichen“ gegen das Auto entscheiden, und hier darf die Frage nicht unerwähnt bleiben, wie man zugunsten des Gemeinwohles dem individuellen Auto-Fahren und Auto-Abstellen bewusst etwas an Attraktivität nehmen kann, z.B. durch Tempolimits, Innenstadtmaut und Parkraumbewirtschaftung. Die Parkgebühr im erweiterten Innenstadtbereich muss teurer sein als ein ÖPNV-Ticket. Diese Einnahmen würden zumindest einen gewissen monetären Ausgleich dafür liefern, dass dort wo Fahrspuren, Parkplätzen und deren Zuwege sind, eben kein Platz mehr bleibt für Straßenbäume, Fahrradwege und –abstellplätze, Spielplätze, Straßencafés, Bushaltestellen, breite Fußwege, Grünstreifen usw.