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Linda Heitmann
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Frage von Susana S. •

Klimaneutralität Hamburg 2040: Welche realen Kosten, wirtschaftlichen Folgen und messbaren Fortschritte sind aktuell offiziell belegt?

Sehr geehrte Frau Heitmann,

der Volksentscheid „Zukunftsentscheid Hamburg“ verpflichtet zur Klimaneutralität bis 2040 und erzeugt erhebliche wirtschaftliche und fiskalische Transformationspflichten.

Vor dem Hintergrund der Grundsätze der Haushaltsklarheit und -wahrheit sowie der parlamentarischen Kontrollfunktion bitte ich um konkrete, zahlenbasierte Auskunft:

1. Welche nach Haushalts- und Finanzplanung ausgewiesenen Gesamtfolgekosten bis 2040 (Investitionen, Betrieb, Subventionen, Folgekosten) entstehen durch die Umsetzung?

2. Welche quantifizierten wirtschaftlichen Effekte (Betriebsaufgaben, Verlagerungen, Beschäftigung) sind in offiziellen Senats- oder Fachszenarien enthalten?

3. Welche messbaren Zielwerte (CO₂, Energie, Sanierungsquote) im Ist-Soll-Vergleich werden aktuell erreicht bzw. verfehlt?

Bitte ausschließlich Bezug auf veröffentlichte Haushalts-, Senats- oder Monitoringdaten.

Quelle: Volksentscheid Hamburg, Hamburger Klimaschutzgesetz, Landeshaushaltsrecht

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrte Susana S.,

für viele Ihrer Fragen gilt es künftige Entwicklungen abzuwarten. Dennoch kann ich Ihnen einige Punkte schon heute beantworten:

Wie in zahlreichen Studien belegt, gilt auch hier grundsätzlich, dass Nicht-Handeln beim Klimaschutz grundsätzlich teurer ist als Handeln. Die Klimaneutralität Hamburgs ist also eine Investition in die Zukunft. 

Bei den Emissionen liegen wir in Hamburg aktuell im Soll und haben beispielsweise 2024 etwa 11,7 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen (siehe hier: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/klima/klimaschutz-klimaplan/co2-bilanz-hh-2024-169240). Es liegen aber natürlich weiterhin große Aufgaben vor uns, um das nächste große Ziel von 70 % Reduktion bis 2030 zu erreichen. Der Senat hat dazu ein detailreiches Gutachten veröffentlicht, das Sie hier finden: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/aktuelles/pressemeldungen/klimaneutralitaet-in-hamburg-gutachten-zur-zielerreichung-2040-veroeffentlicht-1098780 

Das Szenario zeigt deutlich, dass das Erreichen der Klimaneutralität nicht einfach wird, aber dass es einige Hebel gibt, an denen Hamburg noch drehen kann. Diese liegen insbesondere in den Sektoren Verkehr, Wärmewende im Gebäudesektor sowie Erneuerbare Energien. 

Was die Wärmewende im Gebäudesektor angeht, lässt sich erfreulicherweise beobachten, dass hier einiges vorangeht. Die Installation klimafreundlicher Wärmepumpen hat sich in Hamburg im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. So wurden über 1300 Wärmepumpen in diesem Jahr in Hamburg bereits neu eingebaut. Dies erfordert für Eigenheimbesitzer erst einmal Investitionen, wird staatlich aber auch bezuschusst und langfristig sinken durch solche Investitionen die Kosten für alle, weil auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus Ländern wie Russland oder den Golfstaaten nach und nach beendet wird.

Insgesamt ist für die Wärmewende zudem geplant, rund 57% der Hamburger Haushalte künftig über Fernwärme zu versorgen. Um diese Fernwärme zu produzieren, entstehen derzeit sowohl Leitungen unter der Elbe hindurch, die Investitionen erfordern, sowie eine moderne Müllverbrennungsanlage in Hamburg Bahrenfeld, deren Kosten mit ca. 540 Millionen Euro beziffert werden. Diese kann im Anschluss nicht nur eine Fernwärmeleistung von 75 Megawatt liefern, sondern auch 22 Megawatt Strom.

Ähnlich wie im Gebäudesektor sind auch im Bereich Mobilität und Ausbau der erneuerbaren Energien Investitionen notwendig, die langfristig dann aber durch die verminderte Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und den damit verbundenen Preisschwankungen uns allen sowie dem Klima zugutekommen. 

In meiner Rolle als Bundestagsabgeordnete setze ich mich dafür ein, dass Hamburg bei all diesen Schritten auch auf Bundesebene durch entsprechende unterstützende Gesetzgebung und Förderprogramme unterstützt wird. Sollten Sie noch weitere Informationen brauchen, wenden Sie sich gerne an die Fraktionen der Hamburger Bürgerschaft, die für die Themen zuständig sind.

 

Mit freundlichen Grüßen

Linda Heitmann, MdB

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