Wie stehen Sie zur Kopplung Renteneintrittsalter- Lebenserwartung?
Als Arbeits- und Sozialpolitikerin beschäftigt mich das Thema Rente sehr, auch wenn die Entscheidungen dazu im Bund getroffen werden. Ich nehme an, dass Sie den Vorschlag meinen, das Renteneintrittsalter dynamisch an die durchschnittliche Lebenserwartung zu koppeln. Ich kann nachvollziehen, woher dieser Vorschlag kommt, habe jedoch einige Bedenken. Es zeigt sich, dass wohlhabende Menschen, in körperlich weniger anstrengenden Jobs länger leben als jene, die schwere Jobs haben und weniger finanzielle Mittel zur Verfügung haben. Schon heute sehen wir, dass viele Beschäftigten die Regelaltersgrenzen kaum erreichen können. Wir müssen uns an dieser Stelle aus meiner Sicht viel stärker mit der Frage beschäftigen, wie gerecht unser Arbeits- und Gesundheitssystem ist. In der Rentenfrage plädiere ich dafür zunächst einmal auf die Gruppen zu schauen, die noch nicht einzahlen. Dazu gehören Beamte, Selbstständige und auch wir Abgeordneten. Es wäre nur gerecht, wenn alle in die gesetzliche Rente einzahlen würden, um den Solidargedanken zu stärken und die Rente zu stabilisieren.

