Portrait von Lars Castellucci
Lars Castellucci
SPD
70 %
/ 10 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Adrian R. •

Wird es mit der SPD eine Verschärfung des MedCanG geben?

Es kann doch nicht sein, dass es wieder Probleme bei der Beschaffung von sauberem Cannabis geben wird. Ich leide an chronischer Migräne und vaporisiertes Cannabis aus der Apotheke hilft sehr. Schwarzmarkt-Cannabis jedoch nicht, weil die Verunreinigungen darin auch wieder Migräne-Anfälle triggern können. Es kann nicht sein, dass jetzt eine Gesundheitsministerin Warken wieder Patienten diskriminiert. Leidet sie auch an einer chronischen Erkrankung? Offensichtlich nicht! Die Vorschläge Telemedizin für Cannabis zu verbieten ist eine Frechheit! Soll ich dann als leidender Patient wieder 100km weit fahren um einen Arzt und/oder Apotheke zu finden? Das kann es doch nicht sein! Viel gefährlichere Medikamente können auch online verschrieben werden. Missbrauch wird es weiter geben, solange es nicht genügend legale Bezugsmöglichkeiten gibt. Was unternimmt Ihre Fraktion eigentlich gegen den Missbrauch gegen Ibuprofen oder andere Medikamente?

Portrait von Lars Castellucci
Antwort von SPD

Lieber Herr R.,

der SPD-Bundestagsfraktion ist bei der Änderung des Medizinal Cannabisgesetzes eine verlässliche, wohnortnahe und barrierefreie Versorgung für alle Patientinnen und Patienten, die auf medizinisches Cannabis angewiesen sind, von zentraler Bedeutung. Gerade Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen sind in besonderem Maße auf einen verantwortungsvollen Einsatz digitaler Versorgungsformen angewiesen.

Medizinalcannabis ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und kein Produkt zu reinen Genusszwecken. Die Online-Verschreibung von Arzneimitteln, die Suchterkrankungen auslösen können, darf für unbekannte Patientinnen und Patienten ohne jeglichen Arztkontakt grundsätzlich nicht möglich sein. Der massive Zuwachs an Internetverordnungen ohne persönliche Untersuchung erfordert daher entschiedenes Handeln.

Künftig soll die Verschreibung von Medizinalcannabis grundsätzlich nach persönlicher ärztlicher Konsultation erfolgen – in der Praxis oder beim Hausbesuch. Nur so kann die notwendige Anamnese, Aufklärung und Begleitung gewährleistet werden. Bei Folgeverschreibungen bleibt Telemedizin möglich, sofern zuvor ein persönlicher Kontakt stattgefunden hat. Für diejenigen, die aus medizinischen Gründen auf Medizinalcannabis angewiesen sind, bleibt die Versorgung selbstverständlich gewährleistet.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Castellucci

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Lars Castellucci
Lars Castellucci
SPD

Weitere Fragen an Lars Castellucci