Katja Keul
DIE GRÜNEN
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Frage von Znevba Uhagr an Katja Keul bezüglich Gesundheit

# Gesundheit 10. Jan. 2013 - 14:31

Sehr geehrte Frau Keul,

mit Interesse habe ich in Die Harke gelesen, das Sie mit dem Ausschussvorsitzenden für
Bundesstraßen und Verkehr Herrn Dr. Anton Hofreiter im Landkreis Nienburg in Bad Rehburg unterwegs waren.
Haben Sie mit dem Herrn Hofreiter auch das Problem mit der B 215 in Landesbergen besprochen.
Seit 30 Jahren wurde hier eine Umgehungsstrasse versprochen, der Mautausweichverkehr hat enorm zugenommen, so quälen sich täglich 1100 LKW und 8700 PKW durch die engen S-Kurven mit den entsprechenden Lärm und Abgasbelastungen. Wobei der Lärm mittlerweile unerträgliche Ausmaße angenommen hat, was durch eine Untersuchung des Niedersächsischen Umweltministeriums belegt ist. Denn es sind die Lärmgrenzwerte in den Orten Leese, Estorf und Landesbergen gesundheitsschädigend erhöht. Eine erneute Verkehrszählung und Messungen der Schadstoffe stehen z.Zt. noch aus.
Werden Sie sich auch für diese Problematik einsetzen?

Mit besten Grüßen
Marion Hunte

Von: Znevba Uhagr

Antwort von Katja Keul (GRÜNE) 29. Jan. 2013 - 12:51
Dauer bis zur Antwort: 2 Wochen 4 Tage

Sehr geehrte Frau Hunte,

vielen Dank für Ihre Frage zur Umgehungsstraße Landesbergen über abgeordnetenwatch.

Ich kenne die Situation in Ihrem Ort und kann Ihnen nur beipflichten: Die Situation für die Anwohner ist extrem belastend.

Bei alle dem halte ich es aber für geboten, den Bürgerinnen und Bürgern reinen Wein einzuschenken: Auch dann, wenn die von Ihnen gewünschte Ortsumgehung sich im "vordringlichen Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans befindet, können noch Jahrzehnte vergehen, bis konkrete Maßnahmen anlaufen.

Der Bundesverkehrswegeplan umfasst derzeit Projekte in einem Umfang von 70 Milliarden Euro, im vordringlichen Bedarf sind es 35 Milliarden. Aber: nur 7 Milliarden stehen für die Finanzierung zur Verfügung, und das auch nur, wenn man das vorhandene Fernstraßennetz verfallen lässt. Auf die Haushalte rollt eine enorme Welle von Kosten der Straßeninfrastruktur zu, weil zahlreiche Straßen und Brücken, die im Bauboom zurückliegender Jahre entstanden sind, jetzt in sanierungswürdigen Zustand übergehen. Der Schwerlastverkehr verursacht sage und schreibe dabei das Sechzigtausendfache an Schäden im Vergleich zum PKW-Verkehr.

Aus diesen Gründen plädiere ich dafür, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die eine zeitnahe Entlastung bringen können. Dazu gehört aus meiner Sicht als Bundespolitikerin die konsequente Ausweitung der LKW-Maut auf alle Bundesstraßen, die in hohem Maße als Ausweichstrecken dienen.

Mit freundlichen Grüßen

Katja Keul