Katharina König
Katharina König-Preuss
DIE LINKE
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Sie wollen die Route der Deutschland-Tour ändern lassen weil sie sonst Antisemitisch wäre?

Die Strecke verläuft in einem kaum erwähnenswert langen Teilstück auf einer Straße die laut Geschichtsbüchern von Zwangsarbeitenden Juden erbaut worden sein soll. Ihrer meinung nach wäre wohl das befahren dieses Abschnittes in Verbindung mit dem Ereignis "Deutschland-Tour" Höchst antisemitisch. Finden Sie nicht, dass das befahren dieses Abschnittes auch Positives herbeiführen kann? Beispielsweise kann das auch ein "in Gedenken an..." Abschnitt sein!

Warum genau bezeichnen Sie die Routenführung als Fehler?
Ist es nach Ihrer Sicht generell verwerflich, eine von Gefangenen eines Konzentrationslagers erbaute Straße zu befahren?
Teile der Autobahnen die wir alle heute befahren, wurden mithilfe von denselben Menschen erbaut! Wäre es dann nicht genauso pietätlos diese zu befahren?

Frage von Thomas G. am
Katharina König
Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 4 Tage 12 Stunden

Sehr geehrter Herr Gruneberg, 

sowohl der Zentralrat der Juden, die Gedenkstätte Buchenwald als auch die jüdische Gemeinde Thüringens wiesen ab dem Moment, als ihnen die Route der Deutschlandtour bekannt wurde darauf hin, dass die Routenführung durch die Gedenkstätte und über die sogenannte "Blutstraße" führen würde und das dies weder ein Ort für eine sportliche Herausforderung noch für jubeln sei, sondern ein Friedhof, ein Ort der Reflexion. 

Ja, u.a. ich habe gefordert, die Routenführung zu ändern. Ich halte es für keine angemessene Form des Umgangs mit unserer Vergangenheit ein Fahrradrennen, welche nicht die Erinnerung und Auseinandersetzung mit der Shoah zum Inhalt hat, sondern ein rein sportliches Ereignis ist, durch Gedenkstätten - solche Orte - führen zu lassen und damit die Erinnerung an die Vernichtung von Millionen Menschen in den Hintergrund treten zu lassen oder gar zu ignorieren. Es geht an der Stelle darum, ob wir die so oft betonte Verantwortungsübernahme im Heute auch wahrnehmen. Dazu gehört aus meiner Sicht ein würdevoller Umgang mit den Gedenkstätten. Um dies zu unterstützen, den Zentralrat der Juden, die jüdische Landesgemeinde und die Gedenkstätte Buchenwald in ihrem Anliegen (welches auch meines ist) zu stärken, habe u.a. ich (allerdings auch viele andere Menschen), die Veranstalter aufgefordert, die Routenführung zu ändern. Dies ist nun geschehen. Ich kann nur hofen, dass es künftig einen sensibleren Umgang mit solchen Ereignissen und Events gibt. 

Mit freundlichen Grüßen, 

Katharina König-Preuss 

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