Foto von Katharina Dröge, aufgenommen im Deutschen Bundestag im Juli 2025.
Katharina Dröge
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Ines K. •

Warum fordern Sie die Abschaffung der Rente für langjährig Versicherte???

Sehr geehrte Frau Dröge, ich bin seit meinem 17. Lebensjahr ununterbrochen (bis aus zwei Jahre Kindererziehungszeiten) berufstätig. Kümmere mich um meinen schwerbehinderten Sohn und auch um meine Eltern. Mit Erreichen meines 63. Lebensjahres im kommenden Jahr werde ich also 46 Jahre gearbeitet haben (Kindererziehungszeiten sind auch Arbeitszeiten). Jetzt bin ich ausgelaugt, erschöpft und chronisch krank, wie sehr viele Frauen in Ostdeutschland, die über 4 Jahrzehnte fleißig gearbeitet haben und sich jetzt noch dazu um ihre Eltern kümmern. Es ist traurig und enttäuschend, dass Grüne Politiker unser Lebensleistung jetzt mit Füßen treten und uns die Möglichkeit des Renteneintritts mit 63 verwehren oder mit noch höheren Abschlägen erschweren wollen. Ich kann schon jetzt kaum noch arbeiten und dem ständigen Wandel der Technik mithalten. DAS ist kein Vertrauen in Politik. DAS ist Politik, welche Verdrossenheit hervorruft.

Foto von Katharina Dröge, aufgenommen im Deutschen Bundestag im Juli 2025.
Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Liebe Frau K.

vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir haben großen Respekt vor Ihrer Lebensleistung und sehen die herausfordernde Lage, in der Sie sich jetzt befinden. 

Zunächst möchten wir klarstellen, dass der Renteneintritt für besonders langjährig Versicherte, also nach 45 Beitragsjahren, schon heute erst mit knapp 65 Jahren möglich. Der Begriff „Rente mit 63“ führt insoweit in die Irre, als dass diese Altersgrenze nur für Menschen galt, die vor 1953 geboren wurden. Seitdem ist die Altersgrenze schrittweise angestiegen. Damit die Menschen in Deutschland Planungssicherheit haben, wollen auch wir in der Grünen Bundestagsfraktion die „Rente mit 63“ nicht abrupt abschaffen, sondern ab dem Jahr 2031 schrittweise verändern.

Wir wollen selbstbestimmte und flexible Übergänge in die Rente stärken. Doch die Rente für besonders langjährig Beschäftigte, die sogenannte „Rente mit 63“, begünstigt häufig nicht die wirklich belasteten Berufsgruppen. Daher muss sie weiterentwickelt und in ihrer jetzigen Form abgeschafft werden. Möglichkeiten zur früheren Berentung sollen denen zugutekommen, die wirklich nicht mehr können und aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden müssen. Daher wollen wir einen Teil der Mittel, die bei der Rente für besonders langjährig Beschäftigte eingespart werden, für wichtige Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente nutzen.

Diese Veränderung soll gerade Menschen wie Ihnen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben und nicht weiter arbeiten können zugutekommen.

Viele Grüße und alles Gute

Team Dröge 

 

 

 

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