Frage an Jürgen Klimke von Tvfryn Ohffr bezüglich Arbeit

17. September 2005 - 09:56

Hallo Herr Klimke,
Vielen Dank für Ihre Antwort, die zeigt, dass Sie sich um die Sorgen der Wähler kümmern und darauf reagieren, was nicht alle Kandidaten tun. Z.T.
beruhigen mich Ihre Antworten, auch wenn ich aussenpolitisch die Probleme eher bei Bush sehe, da er die internationale Gemeinschaft immer wieder überfährt,
sei es mit Kriegsdrohungen sogar mit Atomwaffen, sei es die jüngste
Beschimpfung der UNO, die angeblich nichr "respektwürdig" sei.
Dass er mit Bolton den Bock bei der UNO
zum Gärtner gemacht hat, ist in der Reformdiskussion ebenso deutlich geworden,
wie bei der Flutkatastrophe, wo er nicht Persönlichkeiten mit Fachqualitäten in die entscheidenden Positionen brachte, sondern unfähige Günstlinge. Die CDU täte gut daran,
sich am Absturz seiner Popularität in den USA und dem Absetzen alter Bush-Spezies wie Powell zu orientieren.
Was mich aber zur neuerlichen Frage an Sie treibt, ist die Arbeitslosigkeit bzw. die Zahlen.
Aus der Internet-Angabe der Bundesagentur für Arbeit geht hervor, dass nicht etwa in den neuen Ländern in der Kohl-Zeit die Arbeitslosigkeit von 1991-1998 besonders stark gestiegen war, sondern in Westdeutschland, nämlich von
1,6 auf 2,8 Mio, also um 70%, in Ostdeutschland mit dem verständlichen Abschmelzen unrentabler Betriebe nur um 50%
von rund 1 Mio. auf rund 1,5 Mio.
Welche Zahlen haben Sie in Ihrer Antwort verwendet?
MfG
Gisela Busse

Frage von Tvfryn Ohffr
Antwort von Jürgen Klimke
21. September 2005 - 12:51
Zeit bis zur Antwort: 4 Tage 2 Stunden

Sehr geehrte Frau Busse,

herzlichen Dank für Ihre Nachfrage auf Kandidatenwatch.de. Sie haben Recht: Nach Angaben des statistischen Bundesamtes sind die Arbeitslosenzahlen von 1991 bis 1998 in den neuen Ländern von etwa 1 Million auf etwas mehr als 1,5 Millionen, in den alten Bundesländern von 1,6 auf 2,75 Millionen gestiegen. Allerdings hat die Bevölkerung in den neuen Ländern in diesem Zeitraum um fast 600.000 Personen abgenommen, in den alten Bundesländern hingegen um etwa 2,6 Millionen zugenommen. Ein Teil dieser Zunahme geht auf die Bevölkerungswanderung aus den neuen Ländern zurück, die vor allem aufgrund der beruflichen Perspektivlosigkeit dahin gegangen sind, wo es mehr Arbeit gab. Der Arbeitsmarkt in den alten Bundesländern musste diese zusätzlichen Arbeitskräfte aufnehmen, so dass auch ein Teil der gestiegenen Arbeitslosigkeit in den alten Bundesländern zumindest mittelbar mit den Strukturveränderungen in den neuen Bundesländern zusammenhängt. Im übrigen möchte ich jedoch die Bilanz der Regierung Kohl gar nicht schön reden, die hohe Arbeitslosigkeit war eine Ursache für die Abwahl der Regierung. Gegenstand der Wahl am 18. September war die Bilanz der Regierung Schröder, die es in sieben Jahren nicht geschafft hat, die Arbeitslosigkeit zu senken – im Gegenteil. An der Senkung der Arbeitslosigkeit wollte sich der Bundeskanzler jedoch messen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Klimke