Joachim Hohloch
FREIE WÄHLER

Frage an Joachim Hohloch von Yhxnf Onpu bezüglich Energie

03. September 2008 - 15:31

Sehr geehrter Herr Hohloch,

wie stehen sie zur verlängerten Laufzeit von Atomkraftwerken?

Wie könnte man ihrer Meinung nach den Ausfall an Strom (durch den Ausstieg aus der Atomkraft) beseitigen?

Wie sollte man den Umstieg auf alternative Energien finanzieren?

Mit freundlichen Grüßen

Lukas Bach

Frage von Yhxnf Onpu
Antwort von Joachim Hohloch
04. September 2008 - 09:00
Zeit bis zur Antwort: 17 Stunden 28 Minuten

Sehr geehrter Herr Bach,

vielen Dank für die Übersendung Ihrer Fragen.

Gestatten Sie mir einige einführende Worte: Natürlich ist es äußerst verführerisch, bei Preishöchstständen oder Abhängigkeiten von Öl, Gas usw. an Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken zu denken oder diese gar politisch einzufordern. Dies wäre meiner Meinung nach aber aus unterschiedlichen Gründen ein Irrweg.

Ich stehe politisch zum Ausstieg aus der Atomkraft, somit zur vertraglich vereinbarten Laufzeitbegrenzung der AKW`s. Das Abschalten erfolgt ja nicht von heute auf morgen. Die Industrie und insbesondere die Konzerne als kommerzielle Betreiber der AKW`s sind mit Sicherheit in der Lage, die Nutzung alternativer bzw. erneuerbarer Energien technisch so voranzubringen, dass sie wirtschaftlich betrieben werden können, für uns als Bürger bezahlbar sind und uns als Industrienation nicht in die Steinzeit zurückwirft.

Dies sind keine Fantastereien oder Behauptungen. Ich erinnere an den Aufschrei in unserem Land z.B. der Automobilindustrie vor Einführung des Kat-Autos. Heute gibt es sie selbstverständlich und Deutschland als Exportnation ist weltweit mit an der Spitze. Hybridfahrzeuge, Gasautos oder Wasserstofffahrzeuge sind heute technisch ebenfalls machbar. Es ist letztlich eine Frage des politischen Willens.

Die wirtschaftliche Nutzung von Windkraft, Biomasse, Sonnenenergie, Wasserstoff u.a.m. muss politisch gewollt sein! Falls wir uns entscheiden würden, diese alternativen und regenerativen Energien in der Forschung, beim Bau und in Betrieb finanziell genauso zu fördern, wie die Atomkraft(-lobby) wären wir auf dem richtigen Weg.

Abschließend: Bereits heute könnten wir auf gewaltige Energieverbräuche verzichten, wenn wir als Verbraucher unser Verhalten ändern würden. Allein das Standby technischer Geräte, Verbrauchsspitzen zu bestimmten Zeiten, Glühlampen usw. sind gigantische und unnötige Stromfresser. Mehr Aufklärung tut Not!

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Hohloch