Herr Lehmann, wie können Sie als Abgeordneter die Kürzungen in der psychotherapeutischen Versorgung vertreten? Auch die Amokfahrt in Leipzig scheint ein weiteres Argument für mehr Bedarf zu sein!
Vielen Dank für Ihre Zuschrift.
Der hohe Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung ist unbestritten. Lange Wartezeiten und überlastete Praxen sind für viele Betroffene und Familien eine große Belastung – insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendpsychotherapie.
Gleichzeitig steht die gesetzliche Krankenversicherung finanziell unter erheblichem Druck. Der Gesetzentwurf zur Stabilisierung der GKV-Beiträge sieht deshalb Einsparungen in allen Leistungsbereichen vor. Wichtig ist dabei: Die antrags- und genehmigungspflichtigen Leistungen der Psychotherapie sollen nicht in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung zurückgeführt werden.
Die konkreten Auswirkungen der vorgesehenen Regelungen werden wir im parlamentarischen Verfahren sorgfältig prüfen. Ziel muss bleiben, die psychotherapeutische Versorgung insbesondere für besonders belastete Menschen weiter zu verbessern.
Die Ereignisse in Leipzig erschüttern viele Menschen. Gleichzeitig sollten wir vorsichtig sein, einzelne Gewalttaten vorschnell mit psychischen Erkrankungen oder psychotherapeutischer Versorgung gleichzusetzen. Unabhängig davon zeigt sich aber insgesamt, dass wir bei Prävention, psychischer Gesundheit und niedrigschwelligen Hilfsangeboten weiterhin großen Handlungsbedarf haben.
Deshalb haben wir im Koalitionsvertrag unter anderem eine bessere Bedarfsplanung insbesondere für Kinder, Jugendliche und den ländlichen Raum vereinbart.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Jens Lehmann

