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Jens-Eberhard Jahn
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Frage von Renata G. •

Frage an Jens-Eberhard Jahn von Renata G. bezüglich Wissenschaft, Forschung und Technologie

An alle Kandidaten, die mit fast Jubelgeschrei eine neue Waldorfschule begrüßen würden (ganz abgesehen von den Überzeugungen Steiners, die von Fachleuten sehr kontrovers diskutiert werden), stelle ich mit großem Interesse diese Frage:
Sind Sie sich bewußt, dass alle Arten freier Schulen ein Schulgeld erheben und nur einen geringen Prozentsatz kostenreduzierter oder freier Schulplätze bereit halten? Die Erweiterung der Vielfalt der sehr reformbedürftigen Schullandschaft Berlins - eigentlich ganz Deutschlands - wird also in erster Linie Familien mit den entsprechenden Geldbeuteln vorbehalten bleiben. Wohlbemerkt, jede dieser "staatlich anerkannten Ersatzschulen" bekommt bis heute etwas über 90 % der Mittel einer staatlichen Schule von ebendiesem (Staat).
Nun sollten Sie Ihre Antwort evtl. noch einmal neu formulieren.
Menschen, die mehr als plakative Zugeständnisse lesen wollen, werden es Ihnen danken!

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Antwort von
ÖDP

Liebe Frau Grünholm,

wenn etwa 90 % der Mittel für freie Schulen vom Staat kommen, dann macht der Elternbeitrag "nur" 10% aus. Dies entkräftet ihr Argument der sozialen Selektion durch freie Schulen ein wenig. Dabei ist dieses Argument durchaus zielführend. Deshalb hatte ich ja auch geschrieben, dass ich mir eine Verbesserung ALLER Schulen wünsche. Eine individuelle Lösung durch "Ausgründung" ist keine gesamtgesellschaftliche Lösung. Ich hatte ferner geschrieben, dass mir Reformpädagogik weitaus näher steht als Waldorfpädagogik. Was daran Jubelgeschrei sein soll, ist mir schleierhaft.
Ich hatte aber - dazu stehe ich! - auch geschrieben, dass freie Schulen durchaus eine Bereicherung der Schullandschaft darstellen können. Dort entwickeln sich Konzepte und Ideen, für die oft (leider!) aufgrund von Regeln und Gesetzen in der staatlichen / städtischen Schule kein Raum wäre.
Ich hatte daher trotz der oben genannten Skepsis die Gründung prinzipiell begrüßt, und gleichzeitig angemerkt, dass ich mir persönlich eine politische und tatkräftige Unterstützung zzt. nicht vorstellen kann.

Beste Grüße

Jens-Eberhard Jahn