Psychotherapie bringt Einsparungen in vielen Bereichen. Wie kann man rechtfertigen, diese Hilfe durch massive Sparmaßnahmen einzuschränken, die dann hohe Folgekosten nach sich ziehen werden?
Sehr geehrter Herr Dahmen,
psychische Erkrankungen sind häufiger anzutreffen bei den sozial Schwächeren. Durch Corona ist z.B. Schulabsentismus enorm angewachsen bei solchen Kindern, in deren Familien schon vorher Probleme bestanden. Wie viel kostet es den Staat, wenn ein Kind aus seiner Schulkarriere herausfällt? Es dürfte wesentlich mehr sein, als die Krankenkasse für Psychotherapie ausgeben würde, seien es Schulersatzmaßnahmen, spezialiserte Sonder-Ausbildungsprogramme oder - bei Kompensation der psychischen Probleme durch Gewalt - auch Polizei- und Justizvollzugskosten und anderes mehr.
Bei Demonstrationen in D und DO gegen die Einsparungen bei Psychotherapie sah ich Plakate mit dem Satz: "Kann man machen, ist halt dumm."
Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass nicht ausgerechnet bei Psychotherapie massiv eingespart wird und die soziale Schere dann auch an dieser Stelle weiter auseinander geht. Psychisch Kranke erfahren schon ohnedies sehr viel Diskriminierung.
Freundliche Grüße

