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Isabelle Vandre
Die Linke
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Frage von Anne U. •

Warum soll die Homöopathie aus der GKV gestrichen werden, wo doch die Einsparung, wie in Punkt 20 ausgewiesen NULL Prozent betragen würde?

Sehr geehrteFrau Vandre,

auf vorgeschlagener Streichliste findet sich im Punkt 20 auch die Homöopathie. Für sie weist die Kommission selbst ein Sparvolumen von 0 Euro aus. (FinanzKommission Gesundheit | Erster Bericht (Auszug) | 30.03.2026, siehe anhängiger Link Seite 9)

Trotzdem empfiehlt sie in dem in der Bundespressekonferenz vorgestellten Bericht die vollständige Streichung der Erstattung homöopathischer Leistungen durch gesetzliche Krankenkassen.

Worum geht es hier eigentlich, wenn nichts eingespart werden würde?

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/Management_Summary__Erster_Bericht_der_Finanzkommission_Gesundheit_.pdf

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Antwort von Die Linke

Sehr geehrte Frau U.,

vielen Dank für Ihre Frage. Die Linke setzt sich für eine solidarische und evidenzbasierte Gesundheitsversorgung ein. Wir fordern, dass alle notwendigen Hilfsmittel, wie Brillen oder Zahnersatz, von den Krankenkassen erstattet werden.

Bereits jetzt ist Homöopathie kein Teil des regulären GKV-Leistungskatalogs, sondern wird von einzelnen Krankenkassen als freiwillige Satzungsleistung übernommen. Eine Therapie sollte dann von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, wenn sie medizinisch sinnvoll und ihre Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigt ist. Für Homöopathie liegt ein solcher Wirksamkeitsnachweis nicht vor, weshalb aus unserer Sicht auch eine freiwillige Finanzierung durch die Krankenkassen nicht gerechtfertigt ist. Dagegen gibt es aktuell viele tatsächlich wirksame Behandlungen, die trotz eines Wirksamkeitsnachweises weiterhin als freiwillige Leistung gelten oder vollständig von Patient:innen selbst getragen werden müssen. Das wollen wir ändern.

Gleichzeitig lenkt die Debatte um Homöopathie von den eigentlichen massiven Kürzungen in der Gesundheitsversorgung ab: Honorarkürzungen in der ambulanten Psychotherapie, Einschränkungen bei der Leistungsabrechnung für Heilmittelerbringer wie Physio-, Ergotherapie oder Logopädie sowie Kürzungen in anderen Gesundheitsberufen. Dort führen Einsparungen zu enormen Unsicherheiten bei Praxen sowie Beschäftigten und damit zu einer zunehmend schlechteren Gesundheitsversorgung, Praxisschließungen und verzweifelten Patient:innen. 

Menschen, die ohnehin kaum Geld zum Leben haben, müssen sich immer häufiger überlegen, ob sie sich leisten können, krank zu sein. Das führt zu einer Zwei-Klassen-Medizin, die wir entschieden ablehnen. Die Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherungen lassen sich nicht durch Kürzungen lösen. Deshalb fordert meine Fraktion Die Linke eine solidarische Krankenversicherung, in die alle Menschen entsprechend ihres Einkommens einzahlen. Nur so lässt sich eine flächendeckende und gerechte Gesundheitsversorgung dauerhaft absichern.

Mit freundlichen Grüßen

Isabelle Vandre, MdB, Die Linke

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