Was unterscheidet die selbst ernannte Arbeiterpartei SPD noch von der CDU heute?
Sehr geehrter Herr Heil, alle Ihre Aussagen zum Renteneintritt nach 45 Arbeitsjahren sind durch Ihre Kollegin Bass von der SPD in der neuen Koalition mit der CDU nicht mehr gültig (45 Jahre sind genug-so Ihre Worte). Man kann niemandem in der Politik trauen. Warum sollte man sich selbst bezeichnete Volksvertreter dann noch wählen? Keine der in der augenblicklichen Parteienlandschaft um die Macht ringende Partei genießt mehr mein Vertrauen - keine. Sie waren in der SPD noch einer der letzten Garanten für einen annähernd sozialen Ausgleich im Land.
Es ist sehr schade, die Reparatur der Gesellschaft wird lange dauern. Im Grunde ist sie nicht mehr zu reparieren, sondern grundlegend zu erneuern. Und was eignet sich dazu am Besten? Auch darauf wird fleißig hingearbeitet, leider mit intensiver Unterstützung Ihrer Partei. Freundliche Grüße
Maik W., 59 Jahre
Sehr geehrter Herr W.,
ich nehme Ihre Enttäuschung sehr ernst. Den Unterschied zwischen SPD und CDU gibt es, und ich kämpfe dafür, ihn künftig wieder deutlich erkennbar zu machen, denn beide Parteien haben eine unterschiedliche Funktion und Rolle in unserer Gesellschaft. Die SPD verbindet wirtschaftliche Vernunft und mit dem Einsatz für die Sicherung von Arbeitsplätzen und guten Arbeitsbedingungen mit Fragen sozialer Gerechtigkeit. Auch wenn dies angesichts der angespannten geopolitischen und wirtschaftlichen Lage schwierig ist, bleibt genau das der Kern unserer Politik. Wir tragen gemeinsam mit der Union Regierungsverantwortung und müssen deshalb viele Kompromisse eingehen, die auch mir persönlich schwerfallen. Sie sind jedoch notwendig, um unser Land auf die Herausforderungen, die auf uns von innen und von außen kommen, vorzubereiten. Sie haben recht, unsere Gesellschaft braucht eine grundlegende Erneuerung. Daran mitzuwirken, ist eine Aufgabe, für die es die SPD dringend braucht.
Mit freundlichen Grüßen
Hubertus Heil

