Günter Krings, 2025
Günter Krings
CDU
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Frage von Benedikt K. •

Welche konkreten Maßnahmen ergreifen Sie gegen zunehmende Waldbrände, und was muss Ihrer Meinung nach politisch getan werden, um Waldbrände künftig besser zu verhindern und einzudämmen?

Waldbrand im hohen Venn

Waldbrand im Hürtgenwald

Waldbrände innerhalb Deutschlands

Günter Krings, 2025
Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr K.,

vielen Dank für Ihre wichtige Anfrage zur Bekämpfung und Vorbeugung von Waldbränden. Die schrecklichen Bilder der Großbrände – ob im Naturschutzgebiet des Hohen Venns oder im Hürtgenwald – führen uns eindringlich vor Augen, dass Wald- und Flächenbrände längst eine reale Bedrohung für unsere Natur und Infrastruktur in Deutschland darstellen.

Um solche Katastrophen gar nicht erst entstehen zu lassen oder ihre rasante Ausbreitung zu verhindern, muss über die Fortführung der wichtigen Klimaschutzmaßnahmen hinaus die gezielte Prävention vor Ort an allererster Stelle stehen. Ein zentraler Baustein ist dabei die aktive Waldpflege. Nicht zuletzt von entzündlichem Totholz geht eine Brandgefahr aus. Gleichzeitig ist der hohe ökologische Wert von Totholz für unsere Waldökosysteme unbestritten. Als CDU/CSU-Fraktion ist es uns ein zentrales Anliegen, diesen Lebensraum zu schützen und gleichzeitig notwendige Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. In brandgefährdeten Gebieten fordern wir daher ein zielgerichtetes Vorgehen: Leicht entzündliches Material wie trockenes Unterholz und feines Totholz muss behutsam reduziert werden. So entziehen wir dem Feuer die Nahrung, bewahren aber zugleich den ökologisch wertvollen Kreislauf des Waldes.

Flankiert werden muss dies durch den langfristigen Waldumbau hin zu widerstandsfähigen Mischwäldern, die Feuchtigkeit besser speichern, sowie durch konkrete bauliche Maßnahmen wie das Anlegen von Waldbrandschneisen und den Bau von Löschwasserreservoirs und Tiefbrunnen in gefährdeten Forstgebieten. 

Darüber hinaus ist ein entscheidender Faktor bei der Brandvermeidung der Zeitgewinn durch modernste Frühdetektion. Je schneller ein Entstehungsbrand erkannt wird, desto erfolgreicher kann er bekämpft werden. Wir setzen uns daher für eine intelligente Überwachung unserer Wälder ein. Durch optische Sensorsysteme, vernetzte Kameras und den Einsatz von Drohnen in Kombination mit Künstlicher Intelligenz und Satellitendaten lassen sich Hitzequellen und Rauchentwicklungen in Echtzeit lokalisieren, lange bevor ein unkontrollierbarer Großbrand entsteht.

Trotz aller Prävention müssen wir jedoch auch für den Ernstfall bestmöglich gewappnet sein. Es ist uns daher wichtig, den Katastrophenschutz in unserem Land zukunftsfest und resilient aufzustellen. Die Brände im Hohen Venn zeigen unmissverständlich, dass langanhaltende Trockenperioden selbst eigentlich feuchte Moor- und Schutzgebiete verwundbar machen. Der Waldbrand im Hürtgenwald führt uns zudem eine lebensgefährliche Zusatzbelastung vor Augen: die hohe Kontamination der Böden mit Weltkriegsmunition. Für unsere Feuerwehren ist das Betreten solcher Flächen im Brandfall lebensgefährlich. 

Wo der Zugang am Boden zu riskant ist, müssen Löschmaßnahmen lückenlos und sicher aus der Luft durchgeführt werden können. Um dies zu gewährleisten, müssen Bund und Länder künftig unter anderem Löschhubschrauber und -flugzeuge gemeinsam beschaffen. Zudem fordern wir, dass Helikopter von Bundespolizei, Bundeswehr und Zivilschutz standardmäßig für Außenlast-Löscheinsätze ausgerüstet werden. Selbstverständlich müssen wir neben der luftgestützten Brandbekämpfung auch weiter konsequent in die bodengestützte Brandbekämpfung investieren, indem wir geländegängige Speziallöschfahrzeuge und moderne Schutzausrüstung für Vegetationsbrände anschaffen.

Generell dürfen wir den Waldbrandschutz nicht isoliert betrachten, sondern müssen ihn als Teil einer übergreifenden Sicherheitsarchitektur begreifen, die zivile Verteidigung, innere Sicherheit und Katastrophenschutz zusammendenkt. Es braucht daher eine krisenfeste Notstrominfrastruktur sowie einen konsequenten Ausbau digitaler Warnkanäle wie Cell Broadcast und der NINA-App in Kombination mit der Wiederaufrüstung flächendeckender Sirenennetze. Um all diese strategischen Ressourcen bei länderübergreifenden Großlagen effizient steuern zu können, muss das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe als zentrale Koordinierungsstelle gestärkt und ausgebaut werden.

Technik und Vorbereitung nützen jedoch wenig ohne die Menschen, die sie im Ernstfall anwenden. Das Fundament unseres Katastrophenschutzes sind die ehrenamtlichen Kräfte von Feuerwehr, THW und den Hilfsorganisationen. Um ihnen den Rücken zu stärken, müssen wir Bürokratie abbauen, Freistellungs- und Entschädigungsregeln verbessern und die verlässliche Ausstattung der Ortsverbände sichern. 

Darüber hinaus dürfen wir nicht vergessen, dass viele Brände fahrlässig oder gar vorsätzlich verursacht werden. Wir fordern daher ein konsequentes Sanktionsregime und wollen prüfen, ob das Mindeststrafmaß für vorsätzliche Brandstiftung auf zwei Jahre angehoben werden soll.

Wir schulden nicht nur unserer heimischen Natur und Umwelt den bestmöglichen Schutz, sondern auch den vielen Helferinnen und Helfern die optimale Ausrüstung, maximale Sicherheit und klare politische Taten. Dafür setzen wir uns im Deutschen Bundestag weiterhin mit Nachdruck ein.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günter Krings

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