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Gregor Gysi
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Frage von Jonas G. •

Sehr geehrter Herr Gysi, Distanzieren Sie sich klar vom System der DDR oder gäbe es aus Ihrer Sicht Aspekte dieses Systems, die Sie sich in der aktuellen Politik vorstellen könnten?

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Antwort von Die Linke

Sehr geehrter Herr G.,

Ihre Nachricht vom 29. Januar hat mich erreicht. 

Die Beantwortung Ihrer Frage hängt auch damit zusammen, was unter Politik verstanden wird. 

Es gab Einiges, was man aus der DDR hätte übernehmen können. Das gilt zum Beispiel für Kindereinrichtungen, einen Teil der Schulstrukturen mit Hortbetreuung. Dadurch waren über 95% der Frauen voll berufstätig, eben auch alleinerziehende Frauen. Das wiederum machte die Frauen unabhängiger, selbständiger. Sie waren nicht auf Männer angewiesen, die sie finanzieren. 

Die Wiederverwendung von Kleidung, Glas, Papier und Metall war wesentlich besser organisiert.

Die Polikliniken waren sehr effizient, eine Hausärztin, bzw. ein Hausarzt, drum herum lauter Fachärzte und Fachärztinnen. Es waren kurze Wege für die Bürgerinnen und Bürger und sparte Kosten, da die Ärztinnen und Ärzte gemeinsam nur eine Buchhaltung, nur eine Abrechnungsstelle hatten. 

Schauspielerinnen und Schauspieler waren abgesicherter, weil die meisten eine Festanstellung hatten, sodass durch das Gehalt ihre Fixkosten immer gedeckt waren. Durch zusätzliche Arbeiten, verdienten sie zusätzlich Geld, mussten sich aber existentiell keine Sorgen machen. 

So etwas hätte man sich anschauen und übernehmen können. Es ist aber ausgeblieben. 

Andererseits gab es Vieles, und insofern stimme ich Ihnen zu, was dringend überwunden werden musste. 

Mit freundlichen Grüßen

Gregor Gysi

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