Gabriele Hiller
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DIE LINKE

Frage an Gabriele Hiller von Ureznaa Jbyyare bezüglich Innere Angelegenheiten

27. Juli 2016 - 08:54

Sehr geehrte Frau Dr. Hiller,

welchem Thema werden Sie als Abgeordnete Ihre Kraft widmen?

Frage von Ureznaa Jbyyare
Antwort von Gabriele Hiller
04. August 2016 - 19:58
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 1 Tag

Sehr geehrter Herr Dr. Jbyyare,

wir beide haben nun schon so lange gute Kontakte, dass wir vielleicht besser miteinander gesprochen als zueinander geschrieben hätten.
Aber möglicherweise verfolgen Sie ja noch andere Ziele mit Ihrer Frage, und so sei es drum schriftlich ;-).

Sie möchten wirklich nur ein Thema benannt haben, dem ich mich widmen möchte? Dann ist das mit großer Priorität das Thema Bildung und zwar in einem sehr weiten Sinne. Zum ersten und für mich wichtigsten Thema - die Bildung in der Berliner Schule. Obwohl dort wirklich sehr viel Geld investiert wurde, kann das Ergebnis nicht befriedigen. Zu große Klassen, zu viel Unterrichtsausfall, vielleicht sind das die beiden Schwerpunkte, wo ich Verbesserungen erreichen möchte. In unserem Bezirk Marzahn-Hellersdorf gibt es bisher keine Integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe, ein m.E. unhaltbarer Zustand, das muss sich ändern!
Darüber hinaus will ich, dass die Berliner Schule sich öffnet, dass sie zu einer "Schule der Demokratie" wird. Ein Ort, wo sich Eltern einbringen, wo es einen Austausch mit der Nachbarschaft gibt. Ein Ort, an dem gemeinsam generationsübergreifend etwas gemacht und erlebt wird. Dazu muss sich Schule ändern! Ein Umdenken muss erfolgen. Schulen sind keine Lernfabriken, lernen muss auch Spaß machen.

Es müssen auch neue Schulen gebaut werden, nicht nur Container zu vorhandenen Gebäuden hinzugefügt werden. Selbstverständlich gehört auch die Sanierung der alten Gebäude zu den Aufgaben, die Schulpolitik leisten muss.
Wenn man Schule öffnen will, muss sich das auch in der Architektur und Gestaltung der Gebäude darstellen. Ein armes Land wie das Land Berlin wird immer die Frage nach den Kosten stellen müssen, aber langfristig muss es auch hier ein Umdenken geben. Die Gebäude des 19. Jahrhunderts sind m.E auf Dauer nicht geeignet Lernen für das 21. Jahrhundert zu realisieren.

Lernen heißt heute Lernen für den Lebensvollzug. Daher müssen in den Bezirken die Bedingungen für Erwachsenen-Lernen, für Qualifizierung, ausgebaut werden. Angebote für alle Generationen müssen gemacht werden, sei es um Sprachen zu lernen, Arbeit am Computer, politische Bildung etc. Dafür sind die Volkshochschulen weiter auszubauen und zu qualifizieren.

Sie sehen, meine Vorstellungen zu Veränderungen in der Berliner Bildungslandschaft gehen sehr weit und sind sicher nicht von heute auf morgen zu realisieren. Sie erfordern langfristiges Werben bei den Betroffenen, das will ich gerne leisten.

Ich hoffe, dass wir uns gemeinsam einmal über dieses Thema austauschen können!
Bis dahin grüße ich Sie sehr herzlich,

dr. Gabriele Hiller