Wie stehen Sie zu den im Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossenen Honorarkürzungen für ambulante psychotherapeutische Leistungen?
Sehr geehrter Herr Junge, als niedergelassene Psychotherapeutin bin ich erschüttert über den erfolgreichen Vorstoß der Gesetzlichen Krankenkassen zulasten der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung zu sparen. Ab April diesen Jahres bedeutet das für mich real 3,6 % weniger Einnahmen bei steigenden Kosten. Es macht mir Angst, dass der Spardruck im Gesundheitswesen zuerst bei lobbyschwachen Gruppen wie psychisch Kranken zu Kürzungen führt. Das ist ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft. Außerdem macht es weder ökonomisch noch gesellschaftlich Sinn. Ich erlebe jeden Tag wie hilfreich Psychotherapie dabei ist psychische Krankheit zu überwinden. Wir fördern mit unserer Arbeit auch Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt - und wir brauchen eine solidarische Gesellschaft mehr denn je.
Nun bitte ich Sie sich solidarisch für die PsychotherapeutInnen und ihre PatientInnen einzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Andrea K.
Psychologische Psychotherapeutin
St.-Marien-Kirchhof 14, Wismar


