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Frage an Erik Marquardt von Svenja R. bezüglich Gesundheit

Warum setzen Sie sich noch nicht für eine frühzeitige Bestellung von Impfmitteln (z.b. von Moderna und Biontech) für Kinder und Jugendliche ein? Die Zulassungsstudien laufen und wir wollen nicht das gleiche Debakel noch einmal erleben!
Kinder als Pandemie-treiber impfen! Und ein wirklich harter Lockdown jetzt!!!

Frage von Svenja R. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Monat

Liebe Frau Reinders,

vielen Dank für Ihre Frage.
Tatsächlich ist davon auszugehen, dass die Europäische Arzneimittelbehörde EMA bald eine Zulassung des Biontech/ Pfizer Impfstoffes (Comirnaty) für Kinder ab 12 Jahren erlassen wird, wie es in den USA bereits der Fall ist. Anschließend muss die Ständige Impfkommission (Stiko) noch eine entsprechende Empfehlung abgegeben. Es ist selbstverständlich, dass die Impfstoffe für die Altersgruppe auch sicher sein müssen. Die Möglichkeit, die Impfkampagne auch auf Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren - mit Fokus zunächst auf Risikogruppen - auszuweiten, wäre ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung der Erreichung einer "Herdenimmunität" und damit dem Schutz der gesamten Bevölkerung.
Außerdem sind Kinder und Jugendliche besonders hart von den Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung betroffen, so dass alles daran gesetzt werden muss, damit so schnell wie möglich ein normaler Schulbesuch, Freizeitaktivitäten etc. wieder ermöglicht werden können. Deswegen müssen Bund- und Länder sobald wie möglich an einer Impfstrategie für Kinder arbeiten, dabei ist natürlich essentiell, dass auch genügend Impfstoffe zur Verfügung stehen.
Auf Ebene des Europäischen Parlaments setzen wir Grünen, in erster Linie meine Kolleg:innen im "Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit", uns gegenüber der Europäischen Kommission für mehr Transparenz bei der Impfstoffbeschaffung und den Vertragsverhandlungen mit den Pharmaunternehmen ein, allerdings haben wir Abgeordneten hier wenig Kontroll- und Mitspracherechte.
Leider haben wir als Europaparlament keinen Einfluss auf die Bestellungsmenge der EU-Kommission, wir haben uns aber in Gesprächen als Fraktion immer wieder dafür ausgesprochen, dass größere Mengen der Impfstoffe bestellt werden.
Fest steht, dass um Lieferengpässen entgegen zu wirken und nicht nur national sondern global genügend Impfstoffe zur Verfügung stellen zu können, die Produktion noch weiter hochgefahren werden muss, auch außerhalb von Europa. Hier können verschiedene Maßnahmen wie Technologietransfers aber auch die zeitweise Aufhebung von Patentrechten ergriffen werden, eine entsprechende Resolution soll im Juni eingebracht werden.
Bei weiteren Fragen können Sie sich gern direkt per E-Mail an mich wenden.
Mit freundlichen Grüßen
Erik Marquardt

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