Wie stehen Sie zur Überlegung die Mehrwertsteuer anzuheben, um die Finanzierung der Steuer- und der Sozialabgabensenkung zu ermöglichen? Hierdurch profitieren nachweislich vor allem Einkommensstarke.
Sehr geehrte Frau Moll,
nach aktuellen Vorschlägen wird erwogen die Mehrwertsteuer auf 21% anzuheben, um die Finanzierung der Steuer- und Sozialabgabensenkung zu finanzieren. Dies sorgt aber doch dafür, dass die Menschen, die jeden Monat fast ihr gesamtes Geld ausgeben müssen, nun im Supermarkt noch mehr zahlen, von den Steuererleichterungen aber kaum etwas spüren werden, da ihre Beiträge gering sind. Auch die Annahme, dass die eingesparten Steuern als Mehrausgaben der Bürger zurück in die Wirtschaft fließen ist mindestens hochumstritten. Eine Entlastung erleben somit vor allem Menschen mit hohen Einkommen, Geringverdiener werden zusätzlich belastet. Wie stehen Sie hierzu? Es widerspricht doch ganz offensichtlich dem Wille und den Bedürfnissen Ihrer Wähler, welche sich aufgrund genau solcher Entscheidungen frustriert zeigen und die AfD als einzige Lösung wähnen.
Mit freundlichen Grüßen
Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer lehne ich derzeit ab. Sie würde alle Verbraucherinnen und Verbraucher gleichermaßen treffen, wirkt aber sozial unausgewogen, weil Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen einen größeren Teil ihres Einkommens für den täglichen Bedarf ausgeben. Zudem würde sie in einer Phase der wirtschaftlichen Stabilisierung Kaufkraft und Binnennachfrage dämpfen.
Für mich steht im Vordergrund, Entlastung und solide Finanzen zusammenzudenken. Deshalb sollten zunächst wirksamere und gerechtere Wege genutzt werden, um staatliche Einnahmen zu stärken, etwa durch konsequentere Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Geldwäsche sowie durch eine faire steuerliche Beteiligung höherer Einkommen und großer Vermögen.
Unser Ziel bleibt eine ausgewogene Finanzpolitik, die kleine und mittlere Einkommen entlastet, Wachstum nicht abwürgt und die Finanzierung des Gemeinwesens gerechter verteilt.
