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Christian Görke
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Frage von Andreas Z. •

Warum werden für Deutschland weiterhin keine großen Löschflugzeuge in Zusammenarbeit mit der EU beschafft ?

Sehr geehrter Herr Görke, zuerst möchte ich mich bei Ihnen für Ihre jahrelange zuverlässige politische Arbeit bedanken. Durch Klimaveränderungen häufen sich Hitzeperioden in Deutschland bzw. der EU und damit steigt die Waldbrandgefahr enorm. Munitionsverseuchte Gebiete erschweren die bodengebundenen Löschungen erheblich. Warum werden weiterhin keine großen Löschflugzeuge (z.B. umgebaute Boeing 747, 737 oder Fokker 100 bzw. Canadair CL - 215) für Deutschland bzw. die EU beschafft ? Geeignete Park- & Betankungsmöglichkeiten können ohne große Umbauten an den Flughäfen Berlin / Brandenburg (Flächen am ehemaligen Flughafen Schönefeld), Flughafen Rostock - Laage und Frankfurt - Hahn bzw. Weeze bei Düsseldorf genutzt werden. Die Infrastruktur für das fliegende Personal wäre in unmittelbarer Nähe (Kasernen der BW) vorhanden. Waldbrände werden stärker, größer und immer gefährlicher. Was spricht gegen große Löschflugzeuge ?

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Sehr geehrter Herr Z.,

was wir aktuell an Großbränden in Spanien und Frankreich beobachten zeigt eindeutig, warum Löschflugzeuge ein wichtiger Bestandteil der Waldbrandbekämpfung sind. Zwar werden Waldbrände primär am Boden gelöscht, aber wenn Stellen nicht erreichbar sind oder das Feuer ein bereits zu großes Ausmaß erreicht hat, muss Abhilfe aus der Luft geleistet werden. Vor allem in Brandenburg haben wir beispielsweise das Problem, dass der Boden stark mit alter Munition belastet ist, was oftmals Löscheinsätze am Boden gefährlich bis unmöglich macht. 

Der wichtigste Faktor in der Bekämpfung von Waldbränden heißt: Zeit. Je schneller ein Flugzeug an der richtigen Stelle sein kann, desto schneller kann es sicherstellen, dass das Feuer sich nicht noch weiter ausbreitet. Deshalb werden auch weitgehend keine umgebauten Passagierflugzeuge verwendet sondern Helikopter und Amphibienflugzeuge. Die vergleichsweise kleinen Amphibienflieger sind nicht nur schnell in der Luft, sie können auch binnen weniger Sekunden ohne zu landen ihren Wassertank wieder auffüllen indem sie über das Wasser gleiten. 

Deutschlandweit gibt es eine erste langfristige Löschflugzeuglösung mit der Hexe 1 im Landkreis Harz. Darüber hinaus verlässt man sich vor allem auf Polizei- und Bundeswehrhelikopter, an die dann Löschbehälter gehängt werden. Diese Helikopter können zwar zielgenauer arbeiten, haben jedoch auch einige Nachteile gegenüber Flugzeugen: Sie haben eine bei weitem geringere Füllmenge, vor jedem Einsatz muss eine Kostenübernahme durch einen politisch Verantwortlichen abgenickt werden und die Rotorblätter können bei Löscharbeiten das Feuer sogar anfächern. Deshalb braucht es über die Helikopter hinaus auch Flugzeuge.

Wenn man auf diese Thematik aufmerksam macht, wird meistens auf die rescEU-Löschflugzeugflotte verwiesen. Die bestehende Flotte ist schonmal ein guter Anfang, aber vor allem mit den Auswirkungen des Klimawandels bei weitem nicht ausreichend. Wir können nicht sicherstellen, dass 28 Flugzeuge auf die gesamte Europäische Union verteilt ausreichen werden ohne, dass Verteilungskonflikte entstehen. Aus diesem Grund setze ich mich mit meiner Fraktion seit einigen Jahren schon für eine bundeseigene Löschflugzeugstaffel ein. Den letzten Antrag meiner Fraktion zum Thema finden Sie unter folgendem Link: https://dserver.bundestag.de/btd/21/003/2100352.pdf

 

Mit freundlichen Grüßen 

Christian Görke

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