Frage an Carsten Härle von Znegva Mvrtyre bezüglich Integration

14. Oktober 2018 - 20:59

Hallo Herr Härle, in Ihrem als Beweis zum Austauschmigrationsprogramm von 70 Millionen Flüchtlingen geht es eher darum, dass Europa vergreist und sich einige Staaten wohl nicht ganz darüber im Klaren sind.
Wie wollen Sie denn ohne Migration den Lebensstandard in einem vergreisenden Europa sichern?

Frage von Znegva Mvrtyre
Antwort von Carsten Härle
16. Oktober 2018 - 13:15
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 16 Stunden

Sehr geehrter Herr Mvrtyre,

die vielfach zitierte Vergreisungsangst ist aus vielerlei Gründen eine völlig unsachliche Meinungsmache, mit der ein aggressives Einwanderungsprogramm zum Nachteil der indigenen Bevölkerung und zum Vorteil von radikaler Globalismusbefürworter durchgedrückt werden soll.

1) Ein Blick nach Japan, das eine niedrigere Geburtenrate und einen höheren Altersdurchschnitt als Deutschland hat, zeigt, dass eine älter werdende Gesellschaft mitnichten fremde Ethnien importieren muss, um eine funktionierende Gesellschaft aufrecht zu erhalten.

Japan hat 2013 nur sechs sogenannte Flüchtlinge aufgenommen ( https://www.zeit.de/politik/ausland/2014-04/japan-fluechtlinge-einwande… ) [2] und hat einen Ausländeranteil von nur 1,8%. Trotzdem ist die Kriminalität geringer, die Arbeitslosigkeit geringer und die politische Stabilität größer im internationalen Vergleich als in Deutschland.

Das größte Problem in Japan ist die Wohnungsnot, da hier noch mehr Menschen auf einem Quadratkilometer Boden leben als in Deutschland, das ebenfalls zu den dichtbesiedelsten Flächenländern der Welt gehört.

Wenn also sowohl in Japan als auch in Deutschland die Bevölkerung schrumpfte, würde sich das eher positiv auf den Wohnungsmarkt auswirken, so dass auch Familien sich wieder angemessene Wohungen leisten können, was sich wiederum positiv auf die eigene Geburtenrate auswirken würde. Vom Aussterben kann hier also gar keine Rede sein.

2) Trotz Geburtenarmut des eigenen Volkes steigt die Bevölkerung in Deutschland kontinuierlich seit über 100 Jahren an ( https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-… ). 1950 lebten nur 68 Millionen Menschen in Deutschland und da hat man sich auch keine Gedanken über einen fehlenden Lebenstandard gemacht. 1871 im Kaiserreich lebten sogar nur 41 Millionen Deutsche auf einem größeren Reichsgebiet als jetzt.

Es ist geradezu widersinnig zu glauben, dass der Wohlstand steigen würde, je mehr Menschen auf einem begrenzten Boden leben. Es ist sogar genau umgekehrt, da die "Clubgüter" unter allen aufgeteilt werden müssen, jeder also weniger bekommt. Es gibt eine größere Wohnungsnot, mehr Staus, mehr Stress, weniger Erholungsflächen, größere Spannungen durch dichtes Aufeinanderleben, mehr Umweltverschmutzung, größere Probleme bei der Nahrungsmittelversorgung, usw.

Man darf dabei nicht vergessen, dass Deutschland jetzt nicht nur der größte Nahrungsmittelimporteur Europas sondern auch Netto-Nahrungsmittelimporteur ist, was in einer wirtschaftlichen Krise durchaus zu einem Problem werden kann.

3) Multi-ethnische und multukulturelle Gesellschaften neigen zu Separation und Kulturkämpfen sowie höherer Kriminalität.

Schon vor der großen Masseneinwanderung nach 2015 konnte beobachtet werden, dass Zuwanderung, besonders unter Jugendlichen, die Kriminalität erhöht:

T-Online: „BKA-Präsident Jörg Ziercke hat sich entschlossen, Klartext zu
reden: Ausländische Jugendliche sind vier Mal häufiger in Raubstraftaten
verwickelt als ihre deutschen Altersgenossen. Noch dreimal häufiger
fallen sie in den Polizeistatistiken mit Gewalttaten auf."

DIE WELT schrieb 2015: "Ausländer dominieren die organisierte Kriminalität" (
https://www.welt.de/politik/deutschland/article147300583/Auslaender-dom…
[3])

Kohl wollte wegen erheblicher Integrationsprobleme mit "integrationsunfähigen und integrationsunwilligen Türken", in den 80er Jahren die Hälfte der hier lebenden Türken zur Rückreise bewegen. Er sagte "Integration ist nur möglich, wenn die Zahl der bei uns lebenden Ausländer nicht weiter steigt.". Auch Helmut Schmidt (SPD) äußerte sich "Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze", sonst gäbe es "Mord und Totschlag."

https://www.theeuropean.de/juergen-fritz/13343-mir-kommt-kein-tuerke-me…

Eine Gesellschaft kann nur eine bestimmte Menge an fremden Menschen integrieren bzw. assimilieren. Wenn die Assimilation nicht gelingt, verliert das Land unweigerlich seine kulturelle Identität und zerfällt in rivalisierende Gruppen, die sich gegenseitig Kulturkämpfe liefern. Man sieht das z.B. an dem Streit Schweinefleisch in Kantinen und Kindergärten, an Clankämpfen oder an No-Go-Areas wo inkompatible regiliöse Gruppen und Ethnien aufeinanerprallen.

4) Der Bildungsstandard, der Lebenstandard und die Reallöhne sinken in Deutschland seit Jahren ab, und hier trägt auch die Einwanderung negativ bei, denn obwohl es auch hochqualifizierte Einwanderer gibt, sind die Einwanderer im Durchschnitt niedriger qualifiziert und häufiger arbeitslos als Deutsche.

Die WELT schrieb 2017: "Jeder zweite Arbeitslose in Westdeutschland hat
Migrationshintergrund" (
https://www.welt.de/politik/deutschland/article166743394/Jeder-zweite-A…
)

5) Die Aussage, dass Migration den Lebenstandard erhöht, ist inwzischen vielfach widerlegt worden, denn es entsteht, entgegen landläufiger und Regierungsmeinung, im Durchschnitt eben kein Überschuss sondern jeder sogenannte Flüchtling bzzw. Fachkraft kostet die schon länger hier Lebenden im Durchschnitt 450.000EUR ( https://www.focus.de/finanzen/videos/ifo-chef-sinn-warnt-jeder-fluechtl… ). Es findet also eine massive Wohlstandsvernichtung und nicht eine Wohlstandsmehrung statt.

FAZIT:

Es ist eine ideolgisch getriebenes Märchen, dass immer weitere, oder gar unkontrollierte Migration den Lebenstandard im Zielland erhöhen würde oder die Europäer vom Aussterben bewahren würde. Es ist sogar das genau Gegenteil der Fall.

Mit freundlichen Grüßen

Carsten Härle